Wir backen einen Geburtstagskuchen

Vor ein paar Wochen hatte meine große Tochter Geburtstag. Sie wurde 3 Jahre alt. Lustigerweise glaubt sie beinahe jeden Tage, sie hätte Geburtstag. Am liebsten hätte sie jeden Tag Seifenblasen, Ballons und kunterbunten Kuchen. Meine Tochter ist ein wundervolles, willensstarkes Mädchen. Deshalb wusste sie auch ganz genau, wie ihr Geburtstagskuchen aussehen soll: bunt!

Ich hatte vor einiger Zeit mal ein Video online gesehen, in dem ein kleines Mädchen ihren Geburtstagskuchen selbst gebacken hat. Ich fand das so toll, dass ich meiner Tochter die gleiche Möglichkeit geben wollte. Denn wenn meine Tochter irgendetwas möchte, ist es auf jeden Fall das Selbermachen. Vor allem seitdem sie ihren eigenen Lernturm in unserer Küche stehen hat. Mittlerweile hilft sie ab und an Gurken klein zu schneiden oder schlägt Eier selbst auf. Sie hat dabei ihre ganz eigene Technik. Aber es funktioniert. Also habe ich mir ein Rührkuchen Rezept für ihren Geburtstagskuchen rausgesucht. Ein Rezept, dass nicht so viel Tamtam benötigt und sich gut mit kleinen Kinderhände umsetzen lässt. Und bunt! Ganz bunt sollte ihr eigener Kuchen werden. Ich dachte da zunächst an 2 Farben. Meine Tochter entschied sich aber für 4 Farben. Den Kuchen selbst haben wir am Vorabend gebacken. Er war nämlich für die Geburtstagsfeier im Kindergarten bestimmt.

Für den bunten Geburtstagskuchen benötigt ihr:

  • 250 g weiche Margarine
  • 230 g Rohrohrzucker
  • 2 Päckchen Vanillezucker
  • 2 TL Vanilleextrakt
  • 4 Eier Gr. M
  • 125 mL Milch
  • 500 g Mehl
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 2 (oder 4) verschiedene Lebensmittelfarben
Für die Deko:
  • Puderzucker
  • etwas Zitronensaft
  • viele, bunte Schokolinsen
Und:
  • 1 Kranzform bzw. Springform mit Kranz-Einsatz (28 cm)
  • Handrührgerät oder großer Schneebesen
  • 1 große Schüssel
  • kleine Schüsseln (je nach Anzahl der Farben)

Schon geht‘s los:

Heizt euren Backofen schon mal vor: 175°C Ober-/Unterhitze.

  1. Verrührt die weiche Margarine zusammen mit dem Zucker bis alles leicht schaumig ist.
  2. Rührt dann die Eier, Milch, Vanilleextrakt und Vanillezucker ein.
  3. Zum Schluss gebt ihr dann Mehl und Backpulver hinzu. Rührkuchen sollte immer nur kurz, aber kräftig verrührt werden. Der Teig verliert sonst seine Luftigkeit und fällt in sich zusammen.
  4. Teilt nun den Teig in die kleineren Schüssel auf und fügt etwas Lebensmittelfarbe hinzu. Verrühren und dann alles nacheinander in die gut gefettete Kranzform füllen.

Soweit die Kurzfassung.

Für meine Tochter habe ich im Vorfeld alle Zutaten für ihren Geburtstagskuchen abgewogen und bereit gestellt. Als Erstes schaufelt sie mit einem Löffel die Margarine in die Rührschüssel. Danach hat sie die Eier aufgeschlagen. Dafür nimmt sie ein Ei, schlägt es gegen den Rand eines kleines Glasschälchens und bricht das Ei auf. Mit der zweiten Hand fixiert sie das Schälchen damit es nicht verrutscht. Obwohl es grob wirkt, hat sie fast nie Eierschale im Schälchen. Ihre ganz eigene Methode sieht für einen Erwachsenen seltsam aus, führt aber zum Ziel. An ihrem Lernturm hat sie immer ein kleines Handtuch. Damit putzt sie sich nach jedem Ei die Hände ab. Dann füllt sie das Ei vom kleinen Schälchen in die große Rührschüssel. Anschließend schnappt sie sich einen Löffel und füllt löffelweise das Mehl hinzu. Ich wiege meist ein kleines bisschen mehr ab, weil mit Verlust einfach zu rechnen ist 😉

Meine Tochter hat sich für 4 Farben entschieden, denn 2 waren scheinbar nicht ausreichend für sie. Sie wählte gelb, blau, rot und pink für ihren Geburtstagskuchen aus. Sie hat den Teig natürlich nicht so gleichmäßig in die Form verteilt, wie ich es vermutlich getan hätte. Aber es war nun mal ihr Geburtstagskuchen. Also hat sie den bunten Teig löffelweise, mal hiervon und mal davon, nach und nach in die Kranzform gefüllt. Am Ende freute sie sich darüber den bunten Löffel abschlecken zu dürfen. Und irgendwie ist das doch eh das Beste am Backen! 😀

Anschließend kam der Kuchen für etwa 1 Stunde auf der mittleren Schiene in den Backofen.

Am nächsten Morgen haben wir dann bunt dekoriert. Dafür habe ich aus etwa 2/3 einer Packung Puderzucker mit einem Schuss Zitronensaft und einer winzigen Menge Wasser einen Zuckerguss hergestellt. Dieser kam dann, mehr oder weniger gleichmäßig, auf den Kuchen. Am Schluss hat meine Tochter ganz viele bunte Schokolinsen und ein bisschen „Glitzer“ (glänzender, lila Zuckerdekor) darauf verteilt. Mit den restlichen Schokolinsen haben wir spontan das Loch in der Mitte vom Kuchen aufgefüllt. Fertig!

Am Nachmittag verriet mir eine Erzieherin, dass der bunte Geburtstagskuchen vor allem bei den Kindern sehr gut ankam. Und das glaube ich gern. Aber am meisten hat mich gefreut, dass ich mit meiner Tochter zusammen diesen Kuchen backen und dekorieren konnte. Diese gemeinsame Zeit, die Erinnerung daran, wie wir ihren Geburtstagskuchen gebacken haben, kann mir keiner mehr nehmen. Es ist vollkommen egal, dass der Kuchen beinah überladen dekoriert war oder der bunte Teig total ungleichmäßig. Wir beiden fanden diesen Geburtstagskuchen perfekt, genau so wie er war. So wie auch meine Tochter perfekt ist, so wie sie ist. Willensstark, manchmal sehr fordernd, laut, frech und witzig. Und nun ist sie bereits 3 Jahre alt. Sie ist eine wundervolle, große Schwester und macht mich und ihren Papa unglaublich stolz. So anstrengend dieses Alter auch gerade ist, so wundervoll und vielfältig ist es aber auch.

 

Ich wünsche euch viel Spaß beim Nachbacken und Teig naschen <3

Eure Anke

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