Weihnachtliches Früchtebrot

Selbstgemachtes Früchtebrot ist für uns eines der Highlights in der Weihnachtszeit. Kein Wunder, denn meine Schwester ist Konditorin und verwöhnt uns fast jedes Jahr mit wirklich verboten gutem Früchtebrot. Leider hatte sie dieses Jahr noch keine Zeit zu backen. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, es selbst einmal zu probieren.

Hoch motiviert wie ich war, habe ich mal das Internetorakel für mich bemüht und mich durch so einige Rezepte gewühlt. Einiges fiel von vorneherein raus, denn Rezepte, die Obstler oder Whiskey zum einweichen verwenden, fallen ja mit Kindern kategorisch raus. Also habe ich mir ein paar „kindertaugliche“ Rezepte rausgesucht und die für mich Besten zu einem eigenenRezept zusammengebaut.

Voller Elan habe ich mich also ans Backen gemacht. Leider kam die Ernüchterung bereits mit dem Öffnen des Backofens. Denn mein Brot hatte so gar nichts mit dem gemein, was meine Schwester kredenzt. Ich habe also nochmal die gesammelten Rezepte durchforstet, leider konnte ich meinen Fehler nicht so recht finden. Erst ein (er)klärendes Telefonat mit meiner Schwester hat mir Licht ins Dunkel gebracht. Wenn es nämlich was werden soll, gibt es beim Thema Früchtebrot ein bisschen was zu beachten. Hätte ich mal lieber vorher gefragt! Denn ein Blech Früchtebrot in den Sand zu setzen ist deutlich zeit- und geldaufwendiger, als ein Blech Kekse verbrennen zu lassen. Und auch deutlich frustrierender!

Dank der Tipps meiner Schwester kam als Ergebnis dann dieses wunderbare Rezept für mein super leckeres Früchtebrot heraus, das ich heute mit euch teilen möchte.

Zutaten:

Für den Teig:
200 g Mehl (Type 550)

20 g Hefe
130 ml Milch
20 g Butter
1 Tl Zucker
1 Prise Salz

Für die Fruchtmischung:
50 g Walnüsse (gehackt)

50 g Mandeln (gehackt)
50 g Haselnüsse (gehackt)
100 g Feigen
100 g Datteln
100 g Aprikosen
100 g Sultaninen
100 g Korinthen
100 g getrocknete Äpfel (am besten Apfelringe)
100 g Zwetschgen

200 ml Apfelsaft zum Einweichen (alternativ gehen natürlich auch andere Säfte)

Gewürze:
2 Tl Lebkuchengewürz
2 Tl Zimt
1 Tl Vanillezucker
1 Tl Kakao

Optional: Für die Glasur:
120 ml Wasser

30 g Speisestärke (geröstet)

 

Zunächst die Früchte:
Die Früchte dürfen nur feucht und keinesfalls nass sein.

Für das Früchtebrot müsst ihr bereits am Vorabend die Früchte vorbereiten. Schneidet dazu alle größeren Früchte (Feigen, Datteln, Aprikosen, Äpfel, Zwetschgen) etwas klein. Die harten und trockenen Früchte (Äpfel, Sultaninen und Korinthen) müssen über Nacht eingeweicht werden, die weichen Früchte (Feigen, Datteln, Aprikosen und Zwetschgen) könnt ihr zusammen in ein extra Gefäß tun. Gebt zu den harten Früchten nun den Apfelsaft – es geht natürlich auch Wasser oder ein anderer Fruchtsaft eurer Wahl – hinzu, deckt die Schüssel ab und lasst sie über Nacht stehen. Auch wenn die Flüssigkeit für die Früchte etwas wenig erscheint: sie ist völlig ausreichend und verteilt sich über Nacht in den Früchten. Wenn ihr auf Nummer Sicher gehen wollt, könnt ihr die eingeweichten Früchte auch zwischendurch einmal umrühren. Achtung: Auf keinen Fall sollten die Früchte in der Flüssigkeit schwimmen. Denn dann wird euch zum Schluss das Brot zu weich. Außerdem lässt das Übermaß an Feuchtigkeit das Brot recht schnell verderben. Die restlichen Früchte benötigen keine Flüssigkeit. Ihr könnt sie über Nacht einfach so abgedeckt zur Seite stellen.

Am nächsten Tag beginnt ihr zunächst damit, von den eingeweichten Früchten die überschüssige Flüssigkeit abzugießen (bei mir wurde sie aber immer vollständig von den Früchten aufgesogen). Bitte leert sie nicht weg, denn ihr könnt sie für den Teig verwenden. Es wäre schade um das herrliche Aroma! Anschließend gebt ihr die eingeweichten zu den restlichen trockenen Früchten. Dann gebt ihr die Gewürze dazu und verrührt die Fruchtmasse gut mit einem Löffel. Nun könnt ihr auch gleich die Nüsse hinzugeben und nochmal alles gut verrühren. Lasst die Fruchtmischung nun abgedeckt stehen, bis ihr sie am Ende braucht.

Der Teig:

Wenn ihr Einweichflüssigkeit übrig habt, dann ersetzt einen Teil der Milch damit. Lasst die Milch und den Rest der Einweichflüssigkeit aber vorerst getrennt, denn für den Hefeteig müsst ihr zunächst einen Vorteig ansetzen. Dazu gebt ihr das Mehl in eine Schüssel und drückt in die Mitte eine Mulde. In diese Mulde gebt ihr den Zucker hinein und bröselt die Hefe hinzu. Dann gießt ihr etwa 2/3 der lauwarmen Milch in die Mulde. Ihr verrührt nun die Milch, den Zucker und die Hefe in der Mulde vorsichtig mit dem Mehl, bis die Mulde eine breiige Konsistenz hat. Deckt nun die Schüssel ab und stellt sie für eine halbe Stunde an einen warmen Ort. Der Vorteig ist fertig, wenn die breiige Masse schäumt und Blasen wirft. Sie ist dann auf etwa das doppelte Volumen aufgegangen. (siehe Bild)

Vorteig fertig aufgegangen.
Mulde für den Vorteig.

Bitte achtet darauf, dass die Milch auch tatsächlich lauwarm ist, wenn ihr sie für den Vorteig in die Schüssel gebt. Ist sie zu kalt, müsst ihr ewig warten, ist sie zu heiß, tötet ihr die Hefe ab und der Teig wird nicht aufgehen.

Sobald der Vorteig fertig ist, gebt ihr die Butter, die restliche Flüssigkeit und das Salz hinzu und knetet daraus einen glatten Teig. Diesen lasst ihr dann an einem warmen Ort abgedeckt für 1-2 Stunden ruhen.

Die Mischung macht´s

Zu guter Letzt müsst ihr die Fruchtmischung mit dem Teig vermengen. Achtet dabei darauf, dass sich der Teig gut mit den Früchten vermischt. Sicher habt ihr bereits festgestellt, dass der Teig im Vergleich zur Fruchtmischung sehr wenig ist. Keine Angst – das muss so sein! Denn ein Früchtebrot ist umso besser, je mehr Früchte und Nüsse und je weniger Teigmasse es enthält (-leider macht es das auch teurer). Der Teig ist eigentlich nur dazu da, die Früchte beieinander zu halten. Ideal für den Geschmack eures Früchtebrotes ist ein Gewichtsverhältnis von ungefähr 1:3 [ Teig:Fruchtmischung inkl. Nüsse]. Wenn ihr also an der Zusammenstellung der Früchte etwas ändert, solltet ihr unter Umständen auch eure Teigmenge anpassen.
Ich habe in unserem Rezept ein klein wenig mehr Teig genommen, weil so die Früchte besser zusammen gehalten werden.

Aber zurück zum Vermischen des Brotes: Vermengt Früchte und Teig unbedingt mit der Hand. Gebt ihr das Ganze in eine Küchenmaschine, riskiert ihr nicht nur, dass eure Masse zu Mus wird, sondern auch, dass euer Gerät Schaden nimmt. Der Teig ist sehr schwer und viele Küchengeräte sind auf eine solche Belastung nicht ausgelegt.

Seid ihr mit dem Teig soweit fertig, formt daraus 3-4 gleich große Brote und legt sie auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Streicht die Oberfläche der Brote möglichst glatt und lasst sie so nun nochmal kurze Zeit ruhen. Heizt währenddessen euren Backofen auf 170 Grad Ober-/Unterhitze vor (keine Heißluft!). Danach kommt das Brot für etwa 60-70 Minuten in den Backofen.

Diese Zeitangabe ist aber nur ein Richtwert! Wie lange das Brot tatsächlich im Ofen braucht, hängt stark davon ab, wie feucht eure Früchte vorher waren. Es kann also durchaus etwas länger dauern. Fertig ist das Brot dann, wenn es sich fest anfühlt. Das könnt ihr gegen Ende der Backzeit mit einem Kochlöffel testen. Habt ihr von vorneherein euren Früchten etwas zu viel Flüssigkeit gegönnt, könnt ihr die Backtemperatur von Anfang an auf 150-160 Grad reduzieren. Das Brot dauert dann zwar entsprechend länger, hat aber mehr Zeit zu trocknen.

Der letzte Schliff – die Glasur:

Wer möchte, kann seinem Früchtebrot mit einer Dextringlasur noch den letzten Schliff verpassen. Dabei handelt es sich um eine Glasur aus Wasser und Stärke, die das Brot schön zum Glänzen bringt. Um sie herzustellen, müsst ihr die Stärke auf einem Backblech dünn verteilen. Röstet die Stärke im vorgeheizten Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze (keine Umluft!) solange an, bis sie eine gelb-braune Farbe angenommen hat. Gebt die geröstete Stärke anschließend in einen Topf und verrührt sie gut mit einem Schneebesen. Die Masse muss dann noch einmal aufkochen. Fertig ist eure Glasur! Sie muss auf die Brote aufgepinselt werden, wenn diese aus dem Backofen kommen und noch ganz heiß sind.

Aufbewahrung:

Früchtebrot hält sich ewig – aber nur, wenn es trocken genug ist und richtig gelagert wird! Ist euer Brot zu feucht geworden, solltet ihr es möglichst bald verzehren. Hat alles nach Plan geklappt, solltet ihr euer Früchtebrot möglichst luftdicht und an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahren. Dazu könnt ihr es entweder in Frischhaltefolie einwickeln oder aber einschweißen. Achtet beim Einschweißen darauf, dass in der Verpackung auch tatsächlich ein Vakuum herrscht, sonst verdirbt euer Brot.

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