Weihnachten – dieses Jahr ohne Stress!

Es ist so weit- es ist Weihnachten! Zeit für Ruhe und Besinnlichkeit, Zeit für die Familie. Soweit zumindest die Theorie. Die Praxis sieht dann doch eher so aus, dass bereits im September das erste Weihnachtsgebäck in den Läden ausliegt, um uns dezent daran zu erinnern, dass ja bald Weihnachten ist. So hat man dankenswerter Weise ausreichend Zeit, sich darüber Gedanken zu machen, was man jedem Mitglied der Familie und des engeren Freundeskreises denn zu Weihnachten schenken möchte. Außerdem reicht die Zeit auch noch, um dafür einen entsprechenden Finanzplan aufzustellen (irgendwie will das ja auch alles bezahlt werden). Und um schon drei Monate vorher auszutüfteln, wen man wann und in welcher Reihenfolge besucht (wichtig – man muss schließlich Präferenzen setzen!). Selbstredend muss bis dahin auch für entsprechende Deko für Wohnung/Haus, Garten und Kind gesorgt werden.

Klingt nach einer Menge Stress – ist es auch! Jahr für Jahr weihnachtet es. Das bedeutet für viele Menschen Urlaubssperre und massenweise Überstunden, die für die armen Paketzusteller sicher auch mit einer Menge Rückenschmerzen einhergehen. Nach den Feiertagen verschwinden dann die häufig nicht ganz so günstigen Geschenke relativ bald in der Vergessenheit. Und selbst die langersehnte Spielküche geht womöglich im Meer der Spielzeuge, welche das Kinderzimmer fluten, auch bald unter.

Das stimmt mich irgendwie traurig. Denn die Ruhe und die Besinnlichkeit, um die es doch eigentlich bei diesem Fest geht, sind uns fast gänzlich verloren gegangen. Bevor wir Eltern wurden, sind wir jedes Jahr von Termin zu Termin gehetzt in dem Bemühen, ja niemanden ausgelassen zu haben. Das Gefühl, das dabei aufkam, war alles andere als weihnachtlich. Besonders gestresst hat mich dabei immer, für jeden in Verwandtschaft und engem Freundeskreis ein passendes Geschenk finden zu müssen.

Seit wir Kinder haben, geht das so nicht mehr. Zum Glück, wie ich heute sagen muss! Im ersten Jahr hat es sich noch komisch angefühlt, alle Besuche in der Familie abzusagen. Heute dagegen kann ich die neu gewonnene Ruhe genießen, Weihnachten ist bei uns nun viel besinnlicher als in den vielen Jahren zuvor.
Dabei ist es nicht so, als ob ich meine Familie an Weihnachten nicht sehen wollen würde, es ist nur mit Kindern vieles ganz einfach nicht mehr so machbar wie früher. Mit Kleinkind und schreiendem Stillbaby in 2 Tagen 200 km verteilt auf 5 Stationen abzuklappern, endet in Stress pur. Weshalb ich darauf speziell an Weihnachten gut verzichten kann.

Wir laden deshalb seither lieber die Familie an Weihnachten zum lockeren Beisammensitzen ein, ohne großes Programm und ohne Verpflichtungen. Die Zwanglosigkeit betrifft seit diesem Jahr auch die Geschenke. Ich habe nämlich nach letzten Weihnachten mit meiner Familie die weihnachtliche „Geschenkepflicht“ abgestellt. Und ich muss sagen: schon die Vorweihnachtszeit ist nun deutlich stressfreier. Wir schenken einander nur noch etwas, wenn uns gerade etwas einfällt, was für den anderen super passen würde. Und wenn das in diesem Jahr gerade nichts ist, ist das auch ok. So bleibt einem zumindest das 20ste Paar ungeliebter Socken erspart.

Ansonsten unternehmen wir dieses Jahr nur etwas, was möglichst wenig Stress verursacht. Und das wird heute Abend Raclette-Essen bei meiner lieben Blogpartnerin Anke und ihrer Familie sein. Da werden wir ganz zwanglos in bequemer Sofa-Kleidung am Tisch beisammen sitzen, während die Kinder durch die Wohnung toben. Und wenn die dann so müde sind, dass sie ins Futter- oder Spielkoma fallen, werden wir mit der Bahn ganz gemütlich nach Hause fahren. Ohne im Stau zu stehen, ohne einen Parkplatz suchen zu müssen, ohne brüllendes Baby in der Babyschale. Und wenn wir Zuhause sind, werden wir die lebende Tanne im Blumentopf gießen und ich werde mich freuen, dass dieses Jahr keine Christbaumkugeln in tausend Teile zerspringen werden.
Ich freue mich jetzt schon über unsere „entschleunigten“ Weihnachten und das geplante Minimalprogramm.

Wie sieht denn eure Weihnachtsplanung aus? Plant ihr ein großes Fest mit viel Programm oder schaltet ihr auch lieber einen Gang zurück?

Frohe Feiertag!
Eure Esther

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