Vögel füttern – auch im Sommer überlebenswichtig

Mittlerweile hat es sicher auch der Letzte mitbekommen: unserer Natur geht es gar nicht gut. Dabei steht es nicht nur um Regenwälder und die Arktis schlecht. Auch unsere heimische Natur hat in den letzten Jahren sehr unter unserem Lebenswandel gelitten. Durch unsere übermäßige Ordnung haben wir vielen Tieren die Lebensgrundlage weggenommen. Das betrifft insbesondere die Insekten, von denen viele andere heimische Tierarten abhängig sind. Durch das massive Insektensterben haben es in den letzten Jahren unsere Vögel immer schwerer zu überleben. Vögel zu füttern ist mittlerweile nun das ganze Jahr über notwendig.

Vögel füttern nur im Winter? – Leider längst nicht mehr

Als ich Kind war, hieß es ja immer man solle Vögel nur im Winter füttern. Früher hatte es aber auch überall Hecken und Büsche, immer mal wieder liegen gelassenes Laub und jede Menge Wiesen mit Wildblumen. Lauter tolle kleine Biotope, in denen es vor Insekten nur so gewimmelt hat. Ein Festmahl für viele Vögel! Und auf den Wiesen sind immer genug Sämereien für die Körnerfresser liegen geblieben. Leider sind heute viele bunte, naturbelassene Wiesen und Hecken unserem Ordnungswahn zum Opfer gefallen. Es soll ja schön sauber und ordentlich sein vor der Haustür, was denken sonst die Nachbarn?!

Mit den fehlenden wilden Wiesen, dem herumliegenden Laub und den ungeschnittenen Büschen haben wir vielen Insekten die Lebendsgrundlage genommen, und mit ihnen gleichzeitig auch den Vögeln. Unsere heimischen Vögel leiden mittlerweile bittere Not – nicht nur im Winter, sondern auch im Sommer. Oft ist kaum genug zu fressen für die Aufzucht ihres Nachwuchses da. Dabei trifft es größere und kleine Arten gleichermaßen. Denn es wird ja wirklich NICHTS mehr für die Tiere liegen gelassen.

Auch Vögel sind Gewohnheitstiere

Wenn ihr den Vögeln eurer Umgebung etwas Gutes tun wollt, dann sucht euch einen geeigneten Futterplatz aus und füttert immer an der selben Stelle. Denn die Tiere brauchen eine Weile, um die neue Futterstelle auch als solche anzunehmen. Es wird ein paar Tage dauern, bis euer Futterplatz gut besucht wird und es für euch und eure Kinder etwas zu sehen gibt. Auf unserem Balkon hat es etwa zwei Wochen gedauert, bis sich der „Erfolg“ eingestellt hat. Seitdem ist aber täglich echt was los auf unserem Balkon.

Liebe geht durch den Magen

Wir haben unterschiedliche Futterstationen aufgehängt, die wir mit Futter für verschiedene Arten befüllen. Genauso bunt gemischt ist nun auch das „Klientel“ das uns so besucht. Von der Blaumeise über einen Specht bis hin zur Elster haben uns schon die unterschiedlichsten Arten auf dem Balkon besucht. Demnächst werden wir uns noch etwas für die Krähen überlegen. Die haben nämlich auch Hunger und laufen mir ganz treu und hoffnungsvoll hinterher, sobald ich mit ein paar Walnüssen in der Hand erscheine. Selbstverständlich werden die Vögel beim Füttern nicht zahm und das ist auch nicht Sinn und Zweck unserer Bemühungen. Aber die Tiere haben sich mittlerweile an unsere Gegenwart auf dem Balkon gewöhnt. Die Blaumeisen beispielsweise stört meine Anwesenheit auf dem Balkon nicht besonders. Wenn ich meine Wäsche aufhänge, kommen sie trotzdem bis auf fast einen Meter herangeflogen, um sich an der Futterstation zu bedienen. Es ist ein wirklich wunderbares Gefühl, diese schönen Tiere so nah beobachten zu können. Auch für meine Kinder.

Das richtige Futter

Wenn ihr Vögel füttern wollt, solltet ihr das nur mit geeignetem Futter aus dem Fachhandel tun. Es gibt für verschiedene Vögel bereits fertige Futtermischungen. Die sind auch gar nicht teuer und in jedem Baumarkt oder Tierfachhandel erhältlich. Einige Vogelarten bevorzugen gehackte Nüsse, andere eher Haferflocken, getrocknete Mehlwürmer, Äpfel oder Sonnenblumenkerne. Brot und andere Speisereste sind kein geeignetes Vogelfutter. Nicht nur wegen der eventuellen Keim- und Schimmelbelastung, wenn es rumliegt. Sondern auch wegen der Inhaltsstoffe. Natürlich füllt auch Brot den Vogelmagen und es wird gerne von den Tieren genommen. Schließlich ist das besser als zu hungern! Aber außer einem Haufen Kohlehydrate hat Brot nicht viele Inhaltsstoffe. Das ist für die Tiere leider ein zuverlässiger Weg in die Mangelernährung, den sie nicht selten irgendwann mit dem Leben bezahlen. Das gilt nicht nur für die Vögel im Garten, sondern auch für Wasservögel!

Futter für den Vogelmagen und die Kinderaugen

Wir schulden es den Tieren, dass wir uns um sie kümmern. Denn schließlich sind wir mit unserem Lebenswandel dafür verantwortlich, wie es ihnen gerade geht. Deshalb ist es nur fair, ein paar Euro für Futter auszugeben. Aber abgesehen davon, dass es richtig und wichtig ist zu füttern, macht es auch noch Spaß und ist gerade für Kinder toll. Es gibt viele tolle Anleitungen, um ein hübsches Futterhaus selbst zu bauen. Das kann man mit den Kindern gemeinsam machen und der Kreativität freien Lauf lassen. Auch das regelmäßige Befüllen ist spannend, denn häufig sitzen bei uns die Vögel schon in sicherer Entfernung und warten darauf, dass die Futterstation frisch befüllt wird. Kaum ist man ein paar Schritte zurückgetreten, gehts dann auch schon los. Seit wir die Futterstatioenn hängen haben, kann mein großer Sohn jeden Morgen bunte Vögel aus allernächster Nähe anschauen und wir werden mit dem Gesang direkt am Schlafzimmerfenster geweckt. <3

Weitere Infos zu dem Thema findet ihr auch auf der Seite der Wildvogelrettung e. V.

 

Füttert ihr bereits? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Habt ihr vielleicht selbstgebaute Futterstationen? Wir freuen uns auf eure Kommentare!

Herzlichst, Esther

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