Vaterrolle: Im nächsten Leben werde ich der Papa

Was ich hier beschreibe, werden die meisten Mütter wohl kennen: die besonderen Privilegien eines Vaters. Am Wochenende länger schlafen können, nachts nicht aufstehen zu müssen und überhaupt ist Mama in allen Lebensbereichen die Nummer 1. An manchen Tagen hat es den Anschein, als sei die Vaterrolle nur wenig bedeutsam. Vielmehr so, als wäre Papa der kleine Sidekick von Mama.

Wenn wir am Wochenende alle drei Zuhause sind, weil niemand arbeiten muss, dann liegen wir gern etwas länger im Bett. Also mein Mann liegt etwas länger im Bett und ich würde gern… Denn mein frommer Wunsch, mich einfach noch mal umdrehen zu können, wird jedes Mal von unserer Tochter sabotiert.

Mama: „Ich bin müde. Ich möchte noch schlafen.“
Tochter: “Nein, Mama nicht müde. Ich muss Pipi. Mama mitkommen.“
Mama: “Das kannst du schon alleine. Das Töpfchen steht im Bad.“
Tochter: “Mama mitkommen!“
Mama: “Kann nicht Papa mitgehen?“
Tochter: “Pssst! Leise sein. Papa schläft.“

Dödum. So sieht es wirklich jedes Wochenende aus. Aber auch unter der Woche. Sobald meine Tochter wach ist, muss ich auch wach sein. Mama muss mit. Und Papa? Tja, der darf liegen bleiben und weiter schlafen. Dabei würde er sogar aufstehen, wenn unsere Tochter das akzeptieren würde. Allerdings müsste mein Mann dann überhaupt erst mal mitbekommen, dass die Kleine wach ist und nun bereit ist in den Tag zu starten. Doch daran scheitert sein Vorhaben bereits. Er pennt und bekommt absolut nichts mit.

Auch mitten in der Nacht schläft er seelenruhig, während ich in manchen Nächten halbstündlich aufwache, weil unsere Tochter stillen möchte, unruhig schläft, Durst hat oder weil irgendein Zahn im Anmarsch ist. Das ist ganz schön anstrengend, wenn man immer und immer wieder aus dem Schlaf gerissen wird. Und auf Dauer ist es auch sehr kräftezehrend, vor allem wenn man tagsüber nicht dazu kommt, den verkürzten Schlaf nachzuholen.

Nach so einer kurzen Nacht fragt mich mein Mann häufig: “Warum hast du mich denn nicht geweckt?“ Das habe ich ja versucht. Nur kam auf mein mehrmaliges Anstupsen keinerlei Reaktion. Ihm ist das immer etwas unangenehm, weil er mich eigentlich sehr gern unterstützen möchte. Aber selbst wenn ich es schaffe ihn zu wecken, dann nimmt unsere 2-Jährige ihn nachts nicht sehr gut an. Sie möchte viel lieber bei Mama bleiben und dort weiter meckern. Dabei könnte sie das genau so gut auf Papa‘s Arm machen… Wobei ich sagen muss, dass er in besonders anstrengenden Nächten, wenn die Kleine sehr oft wach wird und weint, von selbst aufsteht und mit ihr durch die Wohnung läuft.

Mein Mann geht in seiner Vaterrolle so richtig auf! Unsere Tochter spielt und tobt und kuschelt so unglaublich gern mit ihm und fordert seine Aufmerksamkeit bewusst ein. Und er verbringt seine Zeit ebenfalls gern mit ihr. Obwohl er nach der Arbeit eigentlich viel lieber auf dem Sofa ein Nickerchen machen würde, springen beide auf unserem Familienbett herum, bauen Höhlen mit den Bettdecken und Kissen oder errichten „Block-Town“ mit den Holzbausteinen. An Tagen an denen ich bis spät Abends arbeite, bringt er unsere Tochter ins Bett. Er trägt sie in seiner Tragehilfe oder kuschelt mit ihr so lange bis sie eingeschlafen ist. Das klappt alles wirklich gut.

Leider funktioniert das nachts nicht so problemlos. Oder am Morgen. Ich würde mich manchmal so gern noch einmal im Bett umdrehen und liegen bleiben. Mein Mann würde statt meiner aufstehen, unsere Kleine ohne Gegenwehr zur Toilette bringen und anschließend Kaffee kochen. Ach, was wäre das schön… Wunschdenken. Zumindest im Moment liegt dieser Traum noch in weiter Ferne. Aber ich glaube (und hoffe!), dass ich diesen Tag eines Tages erleben werde.

Manchmal wünschte ich, ich könnte auch in die Vaterrolle schlüpfen. Mein Mann wiederum hat sich vor allem anfangs sehr gewünscht, er könne hin und wieder die Mama sein. Denn im ersten Jahr war unsere Tochter sehr stark auf mich fixiert und Papa war nur nettes Beiwerk. Egal, wie viel Mühe er sich gegeben hat, so wirklich viel konnte sie nicht mit ihm anfangen. Doch als sie dann mobiler wurde und frei Laufen konnte, wurde Papa immer interessanter. Denn Papa macht immer ein bisschen mehr Quatsch, trägt sie auf den Schultern und macht wilde Verfolgungsjagden durch die Wohnung oder wenn wir draußen sind. Und unsere Tochter genießt es immer mehr mit ihm zu Kuscheln und verteilt viele, viele Küsschen. Die hat sich mein mann aber auch redlich verdient!

In unserem Fall geht der Oscar für die beste Vaterrolle definitiv an meinen Mann! Auch wenn er nachts nicht die erste Wahl ist für unsere Tochter, so punktet er dafür tagsüber jeden Tag mit einem Highscore 😉

Wie ist es bei euch? Ist Papa auch mit ganzer Seele dabei oder steht er sogar nachts regelmäßig mit auf?

Eure Anke

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