Stillen im Sommer

Kaum zeigt das Thermometer Temperaturen um die 30°C an, kommen viele Mamas ins Schwitzen. Das liegt natürlich zum einen an der Hitze. Mit den steigenden Temperaturen steigt aber auch die Sorge um das eigene Baby. Bekommt mein Kind beim Stillen ausreichend Flüssigkeit? Sollte ich lieber Wasser geben? Wird mein Baby verdursten?

Zuallererst möchte ich euch sagen, dass ich eure Sorgen absolut nachvollziehen kann. Ihr seid mit diesen Gedanken nicht allein. Als meine Tochter zur Welt kam, wurde der darauffolgende Mai sehr schnell sehr warm. Sie war noch keine 2 Monate alt, da wurde ich plötzlich unsicher, ob denn „nur Stillen“ ihr bei den anhaltenden, heißen Temperaturen ausreicht. Ich stellte mir diese Frage, obwohl mein Clusterbaby gefühlt den ganzen Tag über an meiner Brust hing und stillte. Das war doch verrückt! Und wie kam ich darauf? Ganz einfach: durch Werbung.

Schaut man in die Babyabteilung der Drogeriemärkte, springen einem direkt diverse Tees, Säfte und spezielles Babywasser entgegen. „Geeignet ab Geburt“ oder „Geeignet ab 4 Wochen“ steht auf den hübschen, bunten Etiketten drauf. Als damals noch unerfahrene Erstlingsmama fragte ich mich, ob ich das alles für mein Baby wirklich brauchen würde. Ich meine, schließlich steht das Zeug ja dort in den Regalen. Firmen geben sehr viel Geld aus für Werbung, damit ich ihr Produkt auch auf jeden Fall wahrnehme. Doch gekauft habe ich von alledem zum Glück nichts!

Um mir Rat zu holen, besuchte ich einen Stilltreff in dem Krankenhaus, in dem ich wenige Wochen zuvor auch entbunden hatte. Die Stillberaterin sprach auch das Thema „Stillen im Sommer“ an. Muttermilch sei der Iso-Drink der Natur für Babys. Denn Muttermilch passt sich je nach Gegebenheiten an das Baby an. Vor allem im Sommer ist es vollkommen normal, wenn ein Baby häufig, aber nur für kurze Zeit stillt. Je länger eine Stillmahlzeit dauert, umso fettreicher, sättigender wird die Muttermilch. Stillt ein Baby oft und kurz, kann es auf diese Weise gut seinen Durst stillen. Es bekommt die optimale Menge an Flüssigkeit, die perfekt auf es abgestimmt ist. Muttermilch enthält zudem alle lebenswichtigen Vitamine und Mineralien, die ein Baby benötigt. Sommer wie Winter.

Wenn ein Baby Wasser trinkt, so stillt es zwar seinen Durst, nimmt aber „leere Kalorien“ zu sich. Also genaugenommen gar keine Kalorien. Muttermilch enthält immer etwas Nahrhaftes für ein Baby. Wasser nicht. Wasser füllt den Bauch und unterdrückt auf diese Weise das Sättigungsgefühl. Das Baby wirkt satt, hungert aber in gewisser Weise. Genau aus diesem Grund sollte man Milchpulvernahrung auch nicht verdünnen! Denn das Verhältnis von Milchpulver zu Wasser ist – so weit möglich – auf den Organismus eines Babys eingestellt. Verdünnt können wichtige Nährstoffe unter Umständen nicht optimal von dem kleinen Körper aufgenommen werden oder sogar aus dem Körper herausgespült werden [Osmose]. Die Hersteller weisen auf der Produktverpackung sogar darauf hin.

Mir geht es im Besonderen um kleine Babys, die ausschließlich gestillt werden und noch keine Beikostreifezeichen aufzeigen. Denn wer sein Baby ganz natürlich und nach Bedarf stillt, muss sich in der Regel keine Gedanken machen, ob sein Baby verdursten könnte. Es ist ganz normal, dass viele Babys an sehr warmen Tagen häufiger an die Brust möchten. Das häufige Stillen nennt man auch Clustern [englisch für Anhäufung] und kann in den verschiedenen Entwicklungsphasen immer wieder auftreten. Sollte man dennoch Sorgen habe, ist ein Gespräch mit einer Stillberatung oft sehr hilfreich. Einige Krankenhäuser und Hebammen mit spezieller Ausbildung zur Stillberaterin bieten so eine Beratung sogar telefonisch. Aber auch der Kontakt zu anderen stillenden Müttern kann einem Sicherheit geben.

Im Großen und Ganzen haben meine Tochter und ich ihre ersten 3 Lebensmonate leicht bekleidet und stillend verbracht. Auf dem Sofa, im Bett oder am Badesee auf der Picknickdecke. Wichtig ist auf jeden Fall, dass man sein Baby vor direkter Sonne schützt. Man sollte sich am besten möglichst im Schatten aufhalten. Wer dennoch im Sonnenschein spazieren gehen möchte, der kann die empfindliche Babyhaut gut durch dünne, lange Kleidung z.B. aus Seide vor der Sonne schützen. Eine Sonnenmütze kann den zarten Babykopf vor Sonnenbrand und Überhitzung schützen. Bei der Verwendung von Sonnencreme scheiden sich leider die elterlichen Geister. Die einen schwören auf mineralische Sonnencremes, die anderen nehmen welche mit chemischen UV-Filtern und wieder andere verzichten lieber ganz darauf. Wie auch immer ihr euch entscheidet, ihr solltet ein schattiges Plätzchen immer bevorzugen. Babys und Kleinkinder neigen schnell dazu zu überhitzen.

 

Genießt den Sommer, ihr Lieben!

Anke

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