Aus Rücksicht auf Tiere und Umwelt feiern wir Silvester ohne Feuerwerk

Es ist soweit – Silvester. Letztes Jahr hatte ich mir an dieser Stelle Gedanken darüber gemacht, weniger Pläne und Vorsätze fürs neue Jahr zu schmieden und stattdessen einfach mehr Zeit mit meinen Kindern zu verbringen. Wenn ich nun das alte Jahr Revue passieren lassen, bin ich mit dieser Entscheidung sehr zufrieden und möchte das auch wieder fürs neue Jahr einfach so übernehmen. Kürzlich habe ich bei einer Bekannten im Status einen schönen Spruch gelesen, der gut dazu passt und der wohl mein neues „Neujahrs-Credo“ werden wird:

„Was du heute kannst besorgen, dass verschiebe ruhig auf morgen! Denn was du heute kannst erleben, kann dir morgen keiner geben!“ (Zitat, Autor leider unbekannt. Danke Angelika!)

Anstatt nun weiter meine Gedanken über Neujahr zu Papier zu bringen, möchte ich die Zeilen hier nutzen, etwas anzusprechen, was mir jedes Jahr auf’s Neue auf dem Herzen liegt. Nämlich die völlig maßlose und aus dem Ruder geratene Silvesterböllerei!

Bitte versteht mich nicht falsch. Ich kann absolut nachvollziehen, dass man Feuerwerk mag und das neue Jahr entsprechend begrüßen möchte. Nicht nachvollziehen kann ich aber die Rücksichtslosigkeit mit der die Böllerei jedes Jahr betrieben wird. Eigentlich würde es doch reichen, wenn man sich mit der Nachbarschaft zusammenschließt und gemeinsam zum Jahreswechsel ein paar Raketen in den Himmel schießt. Stattdessen kocht jeder vor seiner Haustüre ein eigenes Süppchen – und genauso sieht es dann am nächsten Tag in der ganzen Gegend aus.

Es kann ja auch jeder einfach Feuerwerk in rauen Mengen kaufen. Scheinbar auch noch sehr unreife Menschen, denn die Böllerei hat bei uns dieses Jahr am Vormittag des 28.12. gestartet. Dem Tag, an dem der Kauf von Feuerwerkskörpern möglich war. Das ist nervig für die Anwohner und schlimm für die Tiere, die dem Stress drei Tage am Stück ausgesetzt sind.

Mein Mann und ich sind schon seit vielen Jahren keine großen Freunde mehr von Feuerwerk an Silvester. Uns stört ganz einfach der unsagbare Dreck, der am nächsten Tag überall herumliegt. Und nein, das ist nicht nur ein kosmetisches Problem der Landschaft. Denn das, was da so am Boden rumliegt, ist ja nur ein Teil des Dreck-Problems. Mindestens so schlimm ist der Feinstaub, der durch das Feuerwerk produziert. In der Silvesternacht entstehen etwa 15% der Menge, die über das gesamte Jahr über durch den Straßenverkehr produziert wird (Quelle: Umweltbundesamt). Bei diesen Zahlen fasst man sich doch angesichts der Diesel-Debatte an den Kopf!

Seit ein paar Jahren wohnen nun an einem See. Ein Abendspaziergang am 31.12. hat mir vor ein paar Jahren dann endgültig jeglichem Spaß an der Böllerei geraubt. Denn die offene Wasserfläche und die Büsche drum herum bieten vielen Tieren – vor allem vielen Vögeln wichtigen Lebensraum. Und die panischen Schreie der Wasservögel sind wirklich furchtbar und stehen im krassen Kontrast zur Feierlaune der Anwohner!

Aber auch die Singvögel leiden – auch wenn man sie nicht hört. Denn sie fliegen in ihrer Panik zum Teil bis zu 1000 Meter hoch um der leuchtenden, knallenden Hölle zu entkommen (Quelle: FAZ). Das sind Höhen, in denen sie unter normalen Umständen niemals fliegen würden. Dabei verbrauchen sie wichtige Kraftreserven, die sie zum Überleben des Winters brauchen. Da sie in unseren dicht bebauten und zu Tode gepflegten Gebieten eh kaum mehr Fressbares finden, ist das gleich doppelt dramatisch.

Weil wir das neue Jahr nicht mit Rücksichtslosigkeit beginnen möchten, gibt es bei uns deshalb an Silvester statt Böller und Raketen mittlerweile Futter für die Vögel. Wir werden außerdem heute Abend das Haus nicht mehr verlassen. Denn seit 17.00 Uhr wird in der gesamten Umgebung schon so heftig und unvorsichtig geböllert, dass man Gefahr läuft, im Vorbeigehen verletzt zu werden. Wir werden stattdessen unserem Sohn erklären, warum die Vögel heute Nacht noch nicht ins Bett gehen. Und morgen früh einen Spaziergang am See machen, um Meisenknödel aufzuhängen und vorhandene Vogelhäuschen aufzufüllen.

 

Egal wie ihr Silvester auch feiert: Wir von Großgeliebt wünschen euch und euren Liebsten einen guten Start ins neue Jahr!

Eure Esther

 

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