Schöner Garten, giftige Pflanzen

Als wir Ende Herbst in unser neues Heim gezogen sind, habe ich mich riesig über unseren kleinen Garten gefreut. Endlich Platz für einen Sandkasten und zum Rennen und Toben für meine beiden Söhne. Da die Vormieter des Hauses aber wenig Interesse an der Botanik hatten, ist der Garten leider in einem entsprechend schlechten Zustand. Dass der Garten nicht gepflegt wurde, ist für mich nun kein Problem. Ich habe eigene, konkrete Pläne für die Gartengestaltung und hätte sowieso komplett „umdekoriert“. Problematisch ist, dass da bisher viele giftige Pflanzen unseren Garten geziert haben.

Schön und giftig zugleich

Vieles von dem dem, was bisher in unserem Garten wächst oder gewaschsen ist, ist leider für Kinder total ungeeignet. Angefangen von dem Rasen, auf dem sich jede Menge Jakobskreuzkraut breit gemacht hatte. Die Blüten sind zwar hübsch anzusehen, leider aber handelt es sich bei der ganzen Gattung um sehr giftige Pflanzen, die auf keinen Fall in die Nähe von Kindern und Tieren gehören. Jakobskreuzkraut ist nicht nur bei Verzehr giftig, sondern schon bei bloßem Hautkontakt. Solltet ihr also die Pflanzen in eurem Garten entdecken, entfernt sie sofort. Am Besten durch Ausreißen der Ausstechen. Vergesst aber nicht, dabei Handschuhe zu tragen!

Ich habe das Jakobskreuzkraut auf unserer Wiese nicht gleich erkannt, da die Pflanzen noch jung waren und nur wenige einzelne Blüten hatten. Zum Glück war eine Freundin zu Besuch, die durch ihre Pferdehaltung auf das Thema sehr sensibel reagiert und auch gleich erkannt hat, was das wächst. Wir haben dann zusammen akribisch den Garten abgesucht und alle Pflanzen entfernt, die wir gefunden hatten. Ob wir alle erwischt haben, zeigt sich nun im Frühling.

Nachdem die erste Gefahrenquelle beseitigt war, habe ich mir die Andentanne vorgeknöpft. Dieses Ziergewächs sieht ein wenig aus, als hätte man einen Tannenbaum mit einem Kaktus gekreuzt. Leider ist es auch genauso stachelig wie ein Kaktus und man kann sich beim Vorbeilaufen ganz schön daran verletzen. Auch wenn sie ganz nett aussieht, war sie mir doch für die Augen meiner beiden Kinder viel zu gefährlich. Da sie bereits zu groß zum Versetzen war, mussten sie wir sie leider dem Grünschnitt zuführen. Ein ähnliches Schicksal hat den bereits halbtoten Oleander im Kübel getroffen. Auch wenn die Pflanze nett aussieht, sie ist leider giftig.

Den Garten auffrischen

Nicht giftig waren die alten Rosenstöcke, die im Garten auf der Rabatte standen. Von 5 Stück waren 3 bereits komplett abgestorben, 1 war kurz davor und der letzte war zwar gesund, aber leider aufgrund seiner Lage eine Gefahr für die Kleider beim Eintritt auf das Grundstück. Nachdem wir alles beseitigt hatten, habe ich gedacht, wir hätten nun das Thema „Gefahrenquelle“ hinter uns. Leider hatte ich da die Rechnung ohne unseren Garten gemacht. Denn in den letzten Wochen sind die ganzen Frühblüher aus der Erde geschossen. Unter unserer Tanne blühen jede Menge Schneeglöcken, an der Stelle wo die Rosen saßen, zeigen sich Krokusse in verschiedenen Farben und unter dem Feigenbaum schießen Blumen aus der Erde, von denen ich nach erstem Begutachten davon ausgehe, dass es sich um Osterglocken handelt.

Zu meiner Erleichterung habe ich bisher weder Maiglöcken noch Herbstzeitlose im Garten entdeckt. Beides zwei wunderschöne Pflanzen, die aber leider der Kategorie „man isst sie nur einmal“ angehören und absolut NICHTS in der Nähe von Kleinkindern zu suchen haben. Dennoch, alles was da gerade so schön in unserem Garten blüht, ist leider mäßig bis ganz schön giftig. Und da unser Jüngster sich wirklich ALLES in den Mund steckt, was interessant aussieht, kann ich die hübschen Blumen leider nicht in unserem Garten lassen. Ich werde die Schneeglöcken und auch die anderen Frühblüher ausgraben und sie an einer geeigneteren Stelle wieder anpflanzen. Irgendjemand in der Nachbarschaft freut sich sicher über die hübschen Blumen. Übrigens: Sollten trotz aller Vorsicht mal giftige Pflanzen im Mund von eurem Kind gelandet sein, findet ihr in einem unserer älteren Artikel viele wichtige Erste-Hilfe-Nummern auf einem Blick.

Gutes für Insekten & Co.

Nachdem nun (hoffentlich) alle Gefahrenquellen identifiziert und auch bald weg sind, werden wir damit beginnen, den Garten wiederzubeleben. Als erstes werden wir den „Rasen“ Stück für Stück vertikutieren und dann einen Mix aus Rasen und robusten Blumen aussähen. Danach werden wir am Zaun entlang ungiftige rankende Sträucher setzten. Es gibt einige sehr schöne Kletterhortensien und auch andere blühende Sträucher, die ungiftig und gleichzeitig bienenfreundlich sind. Anstelle der Rosen werden wir verschiedene Beerensträucher setzten. Himbeeren, Stachelbeeren und Johannisbeeren sind dann doch weitaus kinderfreundlicher als die Rosenstöcke. Und außerdem lecker. Über unsere Terrasse wollen wir aus einem großen Kübel heraus eine Kletterpflanze über das Dach ranken lassen. An den Seiten ist sicher auch noch Platz für eine Weinrebe.

Wir werden auch für die Wildtiere einiges aufstellen. Einige Futterstationen haben wir bereits gekauft und werden demnächst aufgehängt. Unser Insektenhotel soll Gesellschaft bekommen und an einer geeigneten Stelle werden wir ein Vogelbad aufstellen. Unsere noch nackten Fensterbänke werden wir mit Blumenkästen bestücken. Was dort einziehen darf, haben wir noch nicht entschieden. Lavendel steht aber ganz hoch im Kurs. Es gibt aber auch eine ganze Reihe von weiteren schönen und ungiftigen Balkonplfanzen, die sich ebenfalls toll für Fensterbänke und Kinderhände eignen. Neben unserer Terrasse haben wir eine gepflasterte Fläche für die wir bisher keine andere Verwendung haben. Wir werden dort eine ganze Reihe Hochbeete aufstellen, die wir dann mit verschiedenen Gemüsepflanzen bepflanzen.

Ein Mitmach-Ort für Kinder

Der große Plan ist, eine Villa Kunterbunt zu schaffen, aber nicht mit Farbe aus dem Eimer, sondern mit Farben aus vielen verschiedenen Blumen. Es soll an jeder Ecke etwas zu entdecken geben und wir hoffen, dass sich ganz viele Tiere in unserem Garten zuhause fühlen werden. Unsere Kinder dürfen bei all dem dabei sein und mitmachen. Jeder bekommt einen Satz Gartenwerkzeuge in Kinderausführung und dann bepflanzen wir unser Zuhause zusammen. Denn dabei sein macht einfach viel mehr Spaß als nur zuzuschauen.

Wir freuen uns sehr auf die vielen kleineren und größeren Projekte in unserem Garten. Wir möchten ein kleines Erlebnisparadis für unsere Kinder schaffen, indem sie tatsächlich auch alles ohne Gefahr anfassen und erkunden dürfen. Und gleichzeitig möchten wir aber auch etwas für die Geschöpfe in unserer unmittelbaren Umgebung tun. In unserer Nachbarschaft hat es leider viel zu viele Schottergärten, die für Tiere einfach nur totes Land sind.

Auch meine Blogpartnerin Anke hat für ihren Garten einige Projekte geplant. Wir sind super gespannt, wie und ob sich alle unsere Ideen so umsetzen lassen. Wir werden euch im Laufe des Jahres noch das ein oder andere Mal an unseren Projekten teilhaben lassen- hier oder auch bei Instagram.

Gibt es etwas, was ihr für euren Garten geplant habt? Habt ihr besondere Ideen für euch, eure Kinder und die Umwelt? Erzählt sie uns gerne in den Kommentaren, wir freuen uns auf eure Anregungen!

 

Herzlichst, Esther

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