Ostereier natürlich färben

Ostern steht vor der Tür und für viele Familien dürfen kunterbunte Ostereier da nicht fehlen. Doch wer bereits gefärbte Ostereier kauft, kann sich sicher sein, dass er keine Eier in Bio-Qualität erhält. Weder was das Ei selbst angeht, und schon gar nicht, was die Farbstoffe anbelangt. Und auch wenn man selber Färben die Qualität des Eies beeinflussen kann, sind die handelsüblichen Farben, die man im Drogeriemarkt erhält, leider trotzdem nicht gerade gesund.

Wer auf fragwürdige Farbstoffe, aber nicht auf bunte Ostereier verzichten möchte, kann die Farben dafür aber auch einfach selbst herstellen. Alles, was ihr dazu braucht sind färbende Pflanzen, ein paar Küchenutensilien und etwas Zeit. Und auf jeden Fall alte Klamotten! 😉

 

Das braucht ihr dazu
  • weiße Eier (braune Eier ergeben einen etwas anderen Farbton)
  • Pflanzen zum Färben
  • Kochtopf (mit Deckel)
  • feines Metallsieb
  • pro Farbe ein sauberes Glas (am Besten eines mit Schraubverschluss)
  • Löffel
  • ein paar leere Klorollen
  • großer Teller
  • alte Kleidung!

Optional (wer seine Eier mit Muster verzieren möchte):

  • ein alter Nylonstrumpf
  • verschiedene Blumen und Gräser
  • und/oder Alufolie und Schere

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, seine Ostereier mit natürlichen Farben zu färben. Man kann die Pflanzenteile, mit denen man färben möchte einfach zusammen mit den Eiern mitkochen, oder man stellt daraus einen Sud her und färbt die Eier damit nach dem Kochen. Die erste Variante ist zwar einfach und schneller. Leider hat sie den Nachteil, dass die Farben nicht so schön und intensiv werden. Denn die Farbstoffe brauchen eine Weile, bis sie aus den Pflanzenteilen herausgekocht sind. Außerdem kann man mit einem Farbsud die Intensität des Farbtons beeinflussen und Farben kombinieren. Wer ein bisschen kreativ ist, kann mit einem Farbsud wunderschöne Muster auf die Eier zaubern.

 

Herstellung des Farbsudes:

Zu allererst braucht ihr Pflanzen oder Gewürze, die genügend Farbstoffe zum Färben enthalten. Ich habe diesmal braune Zwiebelschalen (braun), Rote Beete (pink), Waldbeeren (bläulich) und Kurkuma (gelb bis orange) verwendet. Es eignen sich noch viele andere Pflanzen, eine kleine Tabelle dazu findet ihr am Ende des Artikels.

Kleiner Hinweis bevor ihr anfangt: Einige Pflanzen und Gewürze färben sehr stark (deutlich mehr, als die Osterei-Farbtabletten, die man so zu kaufen kriegt). Zieht euch und euren Kindern deshalb am Besten alte Kleidung an, um die es nicht schade ist. Gerade Sachen wie Kurkuma oder Rote Beete bleiben sogar an synthetischen Fasern haften!

Habt ihr euch für bestimmte Farben entschieden, müsst ihr die entsprechenden Pflanzen zunächst in möglichst kleine Stücke schneiden. Je kleiner ihr die Pflanzenteile macht, umso besser und schneller klappt das mit dem Farbsud. Gebt die Pflanzenteile dann in einen Topf und fügt etwa einen halben bis dreiviertel Liter Wasser hinzu. Lasst das Ganze dann aufkochen und zugedeckt 30-40 Minuten köcheln. Vorsicht: schaltet den Sud auf die niedrigste Stufe, sonst kocht er euch über! Das ist mir mit dem Kurkuma-Sud gleich zweimal hintereinander passiert. Eventuell müsst ihr den Deckel auch ein wenig schief auflegen, damit es nicht hochsprudelt. Die Sauerei mit Kurkuma war gigantisch. 😉

Hat der Sud lange genug gekocht, siebt die ganze Masse durch ein feines Metallsieb vorsichtig ab. Fangt die Flüssigkeit mit einem sauberen Glas auf. Am Besten nehmt ihr eine alte Glaskonserve mit Schraubverschluss, dann könnt ihr den Farbsud auch ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahren. Wenn ihr damit fertig seid, schraubt das Glas zu und stellt es beiseite. Das Absieben funktioniert sogar mit Kurkuma-Sud, da das Pulver beim Köcheln aufquillt.

Beim ersten Durchgang bekommt ihr etwa 300-400 ml Farbsud heraus. Werft die Pflanzenreste deshalb noch nicht weg. Gießt einfach etwas Wasser nach und kocht die Masse nochmal kurz auf. Füllt dann wieder die Flüssigkeit vorsichtig in das Glas. Ihr solltet am Schluss etwa einen halben Liter Farbsud herausbekommen.

Grundsätzlich gilt: je mehr ihr von der Pflanze nehmt, desto intensiver bzw. konzentrierter wird der Sud. Ich empfehle euch, am Ausgangsmaterial nicht zu sparen. Ist er zu dünn, bekommt ihr nur blasse Farben heraus. Wenn der Sud dagegen zu intensiv wird, könnt ihr ihn hinterher immer noch mit etwas Wasser verdünnen.

 

Eier färben

Bevor ihr anfangt, solltet ihr ein paar Dinge vorbereiten. Zunächst einmal solltet ihr euch überlegen, ob ihr die Eier nur einfarbig wollt, oder ob ihr Muster und Motive darauf möchtet. Wenn euch einfarbige Eier genügen, legt ihr sie nach dem Kochen einfach sofort in den Farbsud. Wenn ihr sie verzieren wollt, solltet ihr das am Besten bereits im Vorfeld vorbereiten.

Für Verzierungen:

Prinzipiell funktioniert das bei den Eiern wie bei einem Batik-Stoff. Dort wo ihr andere Materialien anbringt, kommt keine oder nur wenig Farbe hin und ein Muster entsteht. Ihr könnt dazu kleine ungiftige Blumen und Gräser aus dem Garten verwenden. Maiglöckchen & Co. bitte nicht verwenden! Am Besten nur Pflanzen, von denen ihr sicher wisst, dass wie nicht giftig sind. Oder aber auch kleine selbstgemachte Motive aus Alufolie wie beispielsweise kleine Herzen oder Sterne. Das gewünschte Motiv wird auf das Ei gelegt und mittels eines alten Nylonstrumpfes fixiert. Dazu wird das Ei mit seiner Dekoration vorsichtig in ein Stück alten Strumpf gesteckt. Dieser wird dann an beiden Enden zugeknotet. Das Ei wird dann mit dem Strumpf zum Färben in den Sud gelegt. Je nachdem, wie intensiv ihr den Farbton haben wollt, desto länger muss das Ei im Sud bleiben. Je nach Farbsud (hängt auch davon ab, wie konzentriert dieser ist) kann das auch mehrere Stunden sein. Wenn ihr die Muster nicht weiß sondern farbig haben wollt, könnt ihr das Ei zunächst in einem helleren Farbton kurz vorfärben. Gestaltet dann euer Muster und legt es im Nylonstrumpf verpackt in einen dunkleren Farbton. Beachtet dabei aber, dass sich die Farbe verändert wenn ihr eine andere damit überfärbt. 😉

Bevor ihr aber mit dem Färben anfangt, müsst ihr die Eier zunächst einmal gründlich reinigen. Sie müssen wirklich sauber sein! Denn überall da, wo Dreck klebt, kommt keine Farbe hin. Die Stempel auf den Eiern bekommt ihr mit Küchenrolle und etwas Essig ab. Tränkt das Küchenpapier dazu mit Essig und reibt vorsichtig so lange über den Aufdruck, bis er sich löst. Spült das Ei danach gleich ab, sonst wird die Schale zu sehr angegriffen.

Danach kocht ihr die Eier. Stecht die Eier aber nicht an, denn sonst läuft der Farbsud später ins Ei. Und auf Ostereier mit Zwiebelgeschmack kann man nun wirklich verzichten. 😉 Damit die Eier beim Kochen keine Risse bekommen, müsst ihr sie 2-3 Stunden vor dem Kochen bereits aus dem Kühlschrank holen. Bis ihr sie kocht, sind sie dann auf Zimmertemperatur und springen beim Kochen nicht mehr. Gebt zum Kochwasser der Eier 1-2 Eßlöffel Essig, dann nehmen die Eier nachher die Farbe besser an.

Sobald die Eier gekocht sind, kommen sie – mit oder ohne Verzierung – in den Farbsud. Dreht die Eier im Sud regelmäßig mit einem Löffel um, damit die Eier überall gleichmäßig Farbe annehmen. Nehmt zum Färben ausschließlich Eier mit intakter Schale. Zum Einen, weil die Farbe sonst ins Ei kommt. Zum Anderen, weil Eier mit gesprungener Schale deutlich schneller verderben.

Trocknen

Schneidet dazu die leeren Klorollen in dünne Ringe und legt diese auf einen großen Teller, Tablett oder Backblech aus. Auf die Pappringe legt ihr später die bunten Ostereier zum Trocknen. So bekommen sie ausreichend Luft von allen Seiten und trocknen gleichmäßig ab. Legt ihr sie so irgendwo hin, kriegen sie auf ihrer Liegefläche einen dunklen Farbfleck, da das Abtropfwasser noch einmal nachfärbt. Sobald die Eier trocken sind, reibt sie mit einem Lappen mit etwas Speiseöl ein. So bekommen sie einen schönen Glanz.

 

Welche Pflanzen für welche Farben?

Hier noch eine kleine Tabelle, welche Zutaten sich zum Färben eignen und welche Farbtöne ihr damit erhaltet:

FarbePflanze (Menge für 500 ml Sud)
braunbraune Zwiebelschalen (von ca. 1 kg Zwiebeln)
Kaffepulver (100 g)
rotrote Beete (1 große rote Beete)
pinkrote Beete + Essig (1 große rote Beete und ein Schuß Essig)
blauRotkraut (500 g)
lila(tiefgefrorene) Waldbeeren (500 g)
grünSpinat (500 g)
gelbKurkumapulver (4 Teelöffel)
orangeKurkumapulver (4 Teelöffel)
Karotten (500 g)

 

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