Mein Plan für das zweite Wochenbett

Eine Frau soll sich in den ersten Wochen nach der Geburt erholen können. Diese Zeit nennt man auch Wochenbett. Bett, weil die frischgebackene Mama am Besten viel liegen und sich schonen soll. Denn eine Schwangerschaft und die Geburt machen dem weiblichen Körper ganz schön zu schaffen. Deshalb betonen Hebammen immer wieder, wie wichtig doch das Wochenbett ist.

Meine Hebamme sagte zum dem Thema mal:

„3 Tage im Bett, 3 Tage am Bett und 3 Tage ums Bett.“

Im Klartext bedeutet das soviel wie: Schone dich so viel wie möglich. Als Bewegung in den ersten Tagen reiche es vollkommen aus, wenn man zum Kühlschrank und zur Toilette läuft. Der Körper braucht seine Ressourcen für die Rückbildung der Gebärmutter. Und die ist im Optimalfall nach 10 Tagen abgeschlossen. Aber eben nur, wenn man viel liegt, was Gutes isst und nicht den ganzen Tag herumrennt oder gar schwere Sachen trägt.

Jetzt ist das aber auch manchmal so eine persönliche Empfindungssache. Ich für meinen Teil habe immer irgendwie Hummeln im Hintern. Ich bin sehr schlecht darin, den lieben langen Tag untätig rumzusitzen. Nach meiner ersten Entbindung waren wir für 3 Tage im Krankenhaus. Bereits am 2. Tag habe ich mir den stationseigenen Kinderwagen geschnappt und war mit meinem Neugeborenen und meinem Mann ein paar Minuten auf dem Gelände spazieren. Das Wetter war so herrlich sonnig damals. Allerdings habe ich nach kurzer Zeit bereits gemerkt, dass ich mehr als diese 15 Minuten auch nicht packen würde. Ansonsten habe ich versucht es mir dort so gemütlich wie möglich zu machen. Wir waren nicht auf der Wochenstation untergebracht, sondern im angegliederten Patientenhaus. Das hatte was von einem Hotel- nur mit ärztlicher Betreuung direkt vor der Zimmertür. Im Notfall konnte man auch immer klingeln und es kam eine Krankenschwester und schaute nach einem. Das trug damals schon sehr zur Entspannung bei.

Andererseits habe ich schon oft gelesen, dass frischgebackene Mütter sich nicht die Zeit nehmen zum Schonen. Sie brachten ihr Kind zur Welt und führten im Grunde direkt ihren Alltag und Haushalt weiter. Der häufigst genannte Grund:

„Ich habe keine Zeit mich auszuruhen, schließlich habe ich bereits ein Kind…“

Ja, das mag wohl so sein. Ich denke auch, dass ich nach meiner zweiten Entbindung nicht mehr mein luxuriöses Wochenbett von damals haben werde. Denn schließlich habe ich bereits eine fast 3-jährige Tochter. Und auch sie fordert meine Nähe und Aufmerksamkeit ein. Dennoch ist es wirklich unendlich wichtig, dass man versucht sich in den ersten Tagen so viel wie möglich zu schonen. Diesen Luxus hat man als Frau durchaus verdient. Und diesen Luxus nehme ich mir auch heraus. Zudem habe ich mit meinem Mann ausgiebig über die Gestaltung meines zweiten Wochenbettes gesprochen. Und auch er wünscht sich, dass ich so viel Ruhe bekomme wie ich eben benötige.

In der ersten Zeit darf unsere Große bei uns bleiben und muss nicht in den Kindergarten. Sie freut sich so sehr auf ihren kleinen Bruder, da möchte ich ihr diese erste Kennlernzeit nicht wegnehmen. Mein Mann wird in den ersten 2 Wochen Zuhause sein. Er hat im Vorfeld bereits mit seinem Arbeitgeber darüber gesprochen, dass er seinen Urlaub erst dann einreicht, wenn unser zweites Kind dann auch tatsächlich auf der Welt ist. Denn „errechneter Termin“ ist ja nicht zwingend auch der tatsächliche Termin. Er wird hauptsächlich unsere große Tochter bespaßen. Wir beide glauben nämlich nicht, dass sie die 3 tage durchgehend im Familienzimmer sein wird. Das ist für so eine 3-Jährige nämlich ziemlich langweilig. Also darf sie mit Papa oder auch Oma etwas unternehmen. Auf diese Weise bekomme ich die Ruhe, die ich nach der Geburt sehr wahrscheinlich dringend benötige.

Außerdem bekommt mein Mann den Auftrag mich im Wochenbett mit Essen zu versorgen. Ich kann mich noch gut an diesen bestialisch großen Hunger erinnern, den ich anfangs hatte. Mit dem Milcheinschuss und dem Stillbeginn, hätte ich täglich ein ganzes Mammut vertilgen können! Noch nie in meinem Leben hatte ich einen so großen Kalorienbedarf!! Meine Hebamme hat mal erzählt, dass sie eine Mama hatte, die sich einen Becher Sahne reingezogen hat. Der Körper braucht einfach viele Kalorien, um die Milchbildung anzuregen. Es geht dabei gar nicht darum, sich den ganzen Tag mit Süßigkeiten vollzustopfen. Aber hochkalorische Essen mit „ordentlich Bums“, wie z.B. Energiekugeln oder eben Sahne polstern die Reserven der Mama auf und sorgen dafür, dass die Muttermilchproduktion ordentlich anläuft. Also ist die Aufgabe meines Mann für Essen zu sorgen. Er hat eine Einkaufsliste bekommen, auf der ganz viel Obst und Gemüse steht. Zudem bekam er ein paar Rezepte für leckere Suppen von mir aufgeschrieben. Neben den Kalorien ist es nämlich auch sehr wichtig, dass man ausreichend trinkt. Suppen, Tee und ein paar leckere Säfte sorgen für die notwendige Flüssigkeitszufuhr.

Ansonsten nehme ich mir den Luxus heraus und verzichte wieder auf viel Besuch. Nach meiner ersten Entbindung kamen lediglich 3 Menschen vorbei. Wir hatten das auch im Vorhinein deutlich kommuniziert. Und diese Entscheidung war wirklich gut für mich. Lediglich meine Mama und meine Schwester kamen am 2. Tag vorbei. Sowie Esther am Tag der Geburt, um die ersten Fotos zu knipsen. Perfekter Start ins Wochenbett. So wenig Stress wie möglich. Mehr brauchte ich nicht und mehr wollte ich auch nicht. Ich meine, ich musste ja auch erst einmal mit der neuen Situation zurecht kommen. Die kräftezehrende Geburt, Schmerzen und last but not least hatte ich ja nun ein Baby. Das war alles vollkommen neu für mich und auch für meinen Mann. Es gab nicht mehr nur ihn und mich. Wir waren fortan zu dritt. In wenigen Wochen werden wir dann zu viert sein. Aber mein Besuchsplan wird im Grunde der selbe sein.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Wochenbett für frischgebackene Mamas bedeutet:

Essen, trinken und ganz viel liegenbleiben. Ich kann nicht mal behaupten, man würde währenddessen „nichts tun“, denn schließlich ist der Körper mit der Rückbildung beschäftigt. Zudem startet die Milchproduktion, der Hormonhaushalt verändert sich und man hat dann noch dieses (zweite, dritte, vierte…) kleine Wunder neben sich liegen. So ein Neugeborenes fordert unbedingt die volle Aufmerksamkeit seiner Mama. Nähe, Wärme, Liebe… damit kann man ein Kind grundsätzlich nicht verwöhnen. Es gibt einfach nicht zu viel Liebe, die man seinem Kind oder seinen Kindern gegenüber aufbringen kann. Es ist ihr ureigenes, natürliches Bedürfnis von Mama geliebt, getragen und gekuschelt zu werden. Selbst wenn man nicht stillt, brauchen alle Babys ganz viel Nähe und Körperkontakt. Also umarmt eure Babys und kuschelt mit ihnen, was das Zeug hält. Denn wenn man mal ehrlich ist, ist diese Zeit am Ende viel zu kurz und viel zu schnell vorbei… <3

 

Eure Anke

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