Mein Kind nennt mich beim Vornamen

„Mama. – Maaamaaaa. – Mami.- Anke!“

Das sind die 4 Stufen der Dringlichkeit meiner zweijährigen Tochter. Mit einem einfachen Mama möchte sie meine Aufmerksamkeit erhaschen. Wenn ich nicht gleich reagiere, ertönt kurze Zeit später ein etwas lauteres Mamaaaa. Sobald ihr Anliegen noch dringender ist, ruft sie laut Mami! Und wenn das nicht mehr ausreicht und mein Kind irgendetwas ganz, ganz, ganz dringend und unbedingt sofort und am besten gestern haben möchte: Anke!

Dass meine Zweijährige meinen Vornamen kennt, verdanken wir dem ältesten Sprössling von Esther. Wenn dieser nämlich ganz dringend mit mir spielen möchte, ruft er fröhlich: „Anke, Anke, Anke.“. Und das hat sich meine Tochter selbstverständlich bei ihm abgeschaut bzw. – gehört. Denn wenn er es schafft mit „Anke, Anke, Anke“ meine Aufmerksamkeit zu bekommen, dann schafft sie es ganz bestimmt auch… Also nennt mein Kind mich eben beim Vornamen.

Nun ist es aber so, dass sie jedes Mal, wenn sie mich Anke anstatt Mama nennt, meinem mütterlichen Herz einen kleinen Stich versetzt. Denn ich bin ja ihre Mama. Und ich finde es schön, dass sie mich seit über einem Jahr auch so nennt. Ich bin die Mama. Ihre Mama. Aber ich bin eben auch Anke. Das ist mein Name und alle anderen nennen mich auch so. Ich habe keinen Spitznamen oder eine Kurzform, denn mein Name ist ja schon sehr kurz. Warum also stört es mich dann so, wenn gerade mein Kind mich beim Vornamen nennt?

Das ist der Knackpunkt, als Mensch stört es mich überhaupt nicht. Mein Kind nennt mich beim Vornamen, so wie alle anderen auch. Als Mama jedoch fühlt es sich mehr als merkwürdig an, wenn mich mein Kind nicht als Mama anspricht. Vermutlich ist einer der Gründe, dass ich selbst meine Mama immer noch Mama nenne. Ich kenne einige Leute, die ihre Eltern beim Vornamen nennen. Doch für mich fühlt sich das irgendwie nicht richtig an. Meine Mama war schon immer meine Mama. Es ist wie eine Art Blockade im Hirn, wenn ich versuche sie mit ihrem Vornamen anzusprechen. Und je nach Anliegen oder Dringlichkeit steigere auch ich das:

„Mama. – Maaamaaaa. – Maaaamiii. – Liebstes Mütterlein…“

Nun hat sich mein Vorname bei meinem Kind scheinbar etabliert und auch nach Wochen ist es für mich immer noch sehr seltsam, wenn meine Kleine mich mit meinem Namen anspricht. Irgendwie werde ich damit noch nicht so wirklich warm. Aber ich korrigiere sie auch nicht. Schließlich heiße ich ja auch Anke. Es ist also nicht falsch, wenn sie mich so nennt. Es ist schlichtweg nur ungewohnt. Die unterschiedlichen Stufen signalisieren mir sehr deutlich, wie dringend ihr Anliegen ist und ob ein kurzeitiger Aufschub bzw. ein späteres Reagieren möglich ist oder eben nicht. Meist nennt meine Tochter mich auch nur dann beim Vornamen, wenn sie unbedingt rausgehen oder auf dem Bett rumtoben möchte. Wenn sie eben das machen möchte, was auch ihr Sandkastenfreund von mir einfordert. Dass mein Kind mich nicht immer nur Mama nennt, ist für mich kein Zeichen mangelnden Respekts. Sie hat einfach nur verstanden, dass es noch eine weitere Möglichkeit gibt, mich anzusprechen und meine Aufmerksamkeit zu bekommen.

Nennen eure kleinen oder großen Kinder euch auch beim Vornamen? Lasst ihr sie oder stört es euch doch zu sehr?

Eure Anke

Deine Meinung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.