Kommunikation als Schlüssel zu einer guten Beziehung

Kommunikation – dem einen fällt es leichter sich richtig auszudrücken, dem anderen weniger. Doch eines haben wir alle gemeinsam: Wir wollen gehört und verstanden werden. Gelungene Kommunikation ist ein Schlüssel, der uns viele Türen öffnen kann. Sie sorgt für den Aufbau und Erhalt einer festen, sicheren Bindung.

Auch Kinder wollen gehört werden. Noch bevor sie das Sprechen erlernen, ist es an uns Eltern, die Signale unseres Babys richtig zu deuten und ihre Bedürfnisse zu erkennen. Babys lernen die Welt erst noch kennen und interessieren sich für nahezu alles. Und sie möchten sich darüber in ihrer eigenen (anfangs eher blubbernden) Sprache darüber austauschen. Gerade frisch gebackene Eltern interessieren sich brennend für jede Kleinigkeit, die ihr Baby gerade fasziniert betrachtet. Und das ist auch gut so! Denn nur durch Interesse und Neugierde kann man Dinge lernen und begreifen.

Raschelndes Laub, vorbeihuschende Katzen, ein klingendes Mobile. All das und noch viel mehr weckt Babys Interesse. Und das Beste, was wir als Eltern machen können ist genau das auch zu kommentieren.

„Hui, hast du gesehen wie schnell die Katze rennt?“

„Schau mal, das Auto ist rot.“

„Soll ich noch einmal für dich singen?“

Wir sprechen mit unseren Babys als könnten sie jedes Wort verstehen, obwohl sie es anfangs noch nicht können. Und genau das ist der Clou: Sie lernen Sprechen durch’s Zuhören und Beobachten. Babys schauen uns Erwachsenen ganz fasziniert auf den Mund, wenn wir Laute bilden. Irgendwann merkt man, dass das Baby auch anfängt seine Lippen zu spitzen oder kleine Grimassen zu schneiden. Ist euch das bei euren eigenen Kindern mal aufgefallen? Sie machen alles nach, was ihre Eltern oder auch nahe Bezugspersonen tun.

Kinder lernen auf diese Weise im Laufe ihrer ersten Lebensjahre Mimik und die dazugehörigen Gefühle zu deuten. Deshalb ist es sehr wichtig, immer authentisch zu sein. Zum einen in dem, was wir sagen. Aber auch in dem, was wir tun. Die Wenigsten von uns möchten gern vor ihrem Kind weinen. Andererseits: Wie sollte ein Kind dann lernen oder verstehen, dass Tränen ganz unterschiedliche Bedeutungen haben können? Schmerzen, Trauer, Angst, aber eben auch Liebe und Freude. Dass man gerade weinen muss, weil etwas sehr Schönes passiert ist.

Ebenso verhält es sich mit anderen Gefühlen. Ein Kind darf ruhig merken, dass man gerade etwas nicht so toll fand. Es ist nachvollziehbar, dass man seine Stimme erhebt, wenn bspw. etwas zu Bruch gegangen ist. Aber es geht immer um ein sinnvolles Maß! Wildes Rumschreien oder gar Beleidigungen, nur weil ein Trinkglas zerbrochen ist, steht meiner Meinung nach in keiner logischen Relation. Hängt man allerdings emotional an dem Glas, weil es einmal der Großmutter gehört hat, sieht es ein wenig anders auch. Aber das kann man seinem Kind auch in Ruhe erklären.

„Ich bin traurig, dass das Glas kaputtgegangen ist. Es war mir sehr wichtig. Es gehörte meiner Oma.“

Anfangs wird das Kind noch nicht die volle Bedeutung dieser Worte verstehen. Nach und nach lernt es aber Stimmlage, Stimmung, Mimik und Gestik passend zusammenzusetzen. Das Kind entschlüsselt uns. Deshalb ist Authentizität so unendlich wichtig für eine gelungene Kommunikation.

Wir kommunizieren alles – oder zumindest ich. Wer mich persönlich kennt, weiß sehr gut, dass ich sehr viel reden kann. Und so habe ich bereits von Anfang an sehr viel mit meiner Tochter geredet und Bilderbücher angeschaut. Alles, was dort zu sehen war, habe ich für sie kommentiert. Wenn sie mich anspricht, dann reagiere ich auch. Sollte ich in dem Moment keine Zeit haben, so kommuniziere ich ihr das möglichst klar.

„Bitte warte kurz, ich möchte noch xyz fertigmachen. Dann höre ich dir in Ruhe zu.“

Ich versuche ihren Interessen mein Interesse zu schenken. Auch wenn ich manches dann 6x anhöre, so gibt es Themen, die eben für meine Tochter besonders relevant sind. Sie ist mittlerweile über 2,5 Jahre alt und geht seit einem Jahr in die Krippe bzw. den Kindergarten. Weil sie dort tagsüber Dinge ohne mich macht und erlebt, sprechen wir über den Tag. Ich frage nicht einfach nur:

“Wie war der Kindergarten?“

Das ist für ein Kleinkind viel zu abstrakt. Ich frage immer nach bestimmten Erlebnissen oder Handlungen.

„Hast du heute ein Bild gemalt?“

„Warst du mit den anderen Kindern draußen auf dem Spielplatz?“

„Was hast du heute zum Mittag gegessen?“

Meistens sprudeln die anderen Informationen, nach denen ich noch nicht gefragt hatte, einfach so hinterher. Sie erzählt mir etwas und ich hake noch einmal nach. Genauso machen wir es auch nach Ausflügen oder wenn sie bei ihrer Oma übernachtet hat – auch wenn ich eigentlich bereits über alles informiert bin.

Für mich ist Kommunikation so ziemlich der wichtigste Schlüssel für eine gute Bindung zu meinem Kind. Noch fehlt meiner Tochter die Fähigkeit des Perspektivwechsels. Also fragt sie natürlich nicht, wie mein Tag war. Aber sie ist mit ihrem zarten Alter schon sehr gut in der Lage auszudrücken, was genau sie möchte. Das fing bereits in der Krippe an. Die Erzieherinnen merkten mehrmals an, dass unsere Tochter einen tollen Wortschatz hat. Und das zieht sich bis jetzt so weiter. Weder mein Mann noch ich haben jemals in „Babysprache“ mit ihr gesprochen. Wir haben kurze, einfache Sätze verwendet und uns für ihre Interessen interessiert. Und das merkt man auch heute noch. Sie spricht für ihr Alter bereits sehr deutlich und hat einen großen Wortschatz.

Auch beim Thema Fernsehen handhaben wir es so. In der Regel begleiten wir sie dabei, wenn sie einen Trickfilm schaut. Wir unterhalten uns gemeinsam über das, was da gerade im Fernsehen passiert. Manchmal sind die gesehenen Geschichten auch noch Tage später Thema bei ihr. Da wir ja wissen, was sie gesehen hat, können wir gut darauf eingehen und gemeinsam darüber sprechen.

Unsere Tochter hat mittlerweile ein gutes Gespür für Stimmungen. Sie merkt, wenn einer gerade mal sauer auf den anderen ist und spricht das dann an. Mein Mann und ich sagen dann auch offen und ehrlich, warum wir sauer aufeinander sind. Vor allem im Rahmen unseres Umzugs kam es nachvollziehbarerweise hin und wieder mal zu Unstimmigkeiten. Da lief dann scheinbar die Kommunikation von meinem Mann und mir aneinander vorbei. Ich würde allerdings mal behaupten, dass das durchaus normal ist… 😉

Mir ist eine gute und offene Kommunikation wirklich sehr wichtig. Man sollte sich immer sagen können, dass gerade etwas absoluter Mist oder besonders gut war. So lernen wir richtig miteinander umzugehen und aufeinander zuzugehen. Auch noch als Erwachsene.

 

Eure Anke

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