Holzschiffchen selbst bauen – ein DIY

Wie so ziemlich jedes Kind auf unserem Planeten, lieben auch unsere Söhne Spielzeug. Dabei meiden wir weitestgehend Plastikspielzeug. Nicht nur, weil Spielzeuge aus Kunststoffen häufig schlecht verarbeitet sind, meist halten sie auch nicht so lange. Und es dann, wenn es kaputt ist, belastet ihre Entsorgung langanhaltend die Umwelt. Wir finden Plastikspielzeug einfach auch nicht sehr kindgerecht. Natürlich sieht es häufig für die Kinder sehr ansprechend aus. Es ist kunterbunterbunt, blinkt, glitzert und spielt vielleicht sogar Musik. Das ist interessant – zumindest kurzfristig. Denn wenn alles an dem Teil entdeckt ist, wird es langweilig und landet in der Ecke. Machnes eignet sich dann vielleicht noch zum Weiterreichen. Aber abgeplatzte Ecken sind leider unschön, spitz und scharfkantig. Viel schöner finden wir dagegen Spielsachen aus Holz. Sie sind robuster, langlebiger und lassen auch meist auch mehr Raum für die Fantasie. Am allerschönsten ist aber immer noch selbstgemachtes Spielzeug, so wie unsere Holzschiffchen zum Beispiel!

Selbstgemacht – nicht so perfekt, dafür umso schöner

Selbstgemachte Spielsachen sind vielleicht nicht so schön anzuschauen wie die Holzspielzeuge einiger namhafter Hersteller. Und ganz sicher sind sie nicht so langlebig, da einem oftmals Zuhause die handwerklichen Möglichkeiten fehlen, die eine Werkstatt so bietet. Dafür ist jedes selbstgemachte Spielzeug ein Unikat. Ein liebevoll hergestelltes Einzelstück, das man zusammen mit dem Kind herstellt und das seine eigene kleine Geschichte erzählt. Es ist für Kinder nicht nur schön, mit etwas zu Spielen. Noch viel schöner ist es, wenn sie aktiv an der Herstellung beteiligt sein dürfen. Sicher wird es nicht perfekt werden. Und vielleicht wird es nicht so stabil. Aber es hat für euer Kind gleich einen ganz anderen Wert, wenn sie es zusammen mit Papa oder Mama selbstgemacht haben. Und wird auch ganz anders behandelt, als das blinkende Plastikding, das es an jeder Ecke zu kaufen gibt.

Mein Mann hat beispielsweise in seiner Kindheit mit seinem Vater an den Wochenenden hin und wieder kleine Holzschiffchen gebaut. Dabei ging es nicht nur ums Bauen an sich. Denn das Abenteuer hat schon damit angefangen, dass er als Kind mit seinem Vater zusammen im Wald die Rinde für die Schiffchen sammeln musste, bevor es mit dem Bau losgehen konnte. Waren die Holzschiffchen dann fertig, wurden sie entweder mit nach Hause genommen oder – was mein Mann heute noch mit einem Leuchten in den Augen erzählt – im nächsten Bach schwimmen gelassen um zu sehen, wie weit es das eigene Schiff schafft. Ein richtiges kleines Abenteuer eben, vom Herumstrohmern im Wald, über das Schnitzen und Basteln, bis hin zur kleinen Seefahrt im Bach. Und so wurde aus den unscheinbaren kleinen Holzschiffchen eine wunderschöne Kindheitserinnerung. Diesen Status haben nur wenige andere Spielzeuge geschafft.

 

So baut ihr die Schiffchen

Eines vorweg: diese Anleitung ist dazu gedacht/geeignet, dass ihr das Holzschiffchen zusammen mit euren Kinder baut und sie aktiv daran teilhaben lasst. Natürlich kann noch nicht jedes Kind alle Arbeitsschritte durchführen. Ein 2-jähriges Kind kann den Rumpf noch nicht schnitzen und sollte auch noch keinen Akkubohrer in die Hand bekommen. Ein 4-jähriges Kind kann man das aber unter Anleitung und Aufsicht durchaus machen lassen. Die Rinde ist so weich, dass weder ein besonders scharfes Messer noch viel Kraft zum Schnitzen oder Bohren erforderlich ist. Sind eure Kinder für das Schnitzen noch zu klein, können sie aber gut schon den Rest machen. Rinde suchen, Segel ausschneiden und bemalen, Boot bemalen und dekoriren, mit einem kleinen Hammer den Mast einklopfen – das sind alles Dinge, die auch ein 2-jähriges Kind schon unter Anleitung tun kann. Selbst wenn mal ein Rumpf oder ein Schaschlikspieß dabei kaputt geht, ist das ja überhaupt kein Problem. Dann versucht man es eben ein neues mal und hat im Besten Fall was dabei gelernt. Gleiches gilt natürlich, wenn die erste Version des Holzschiffchens noch nicht so toll schwimmt wie gewünscht. Das ist dann ein wunderbarer Anlass es nochmal zu probieren und zusammen mit den Kindern weiter zu tüfteln.

 

Für die Schiffchen braucht ihr folgende Materialien:
  • ein Taschenmesser/ Schnitzmesser
  • eine Bastelschere
  • Bastelkleber
  • einen kleinen Hammer oder einen Akkuschrauber mit möglichst dünnem Holzbohrer
  • Schaschlikspieße für den Mast
  • stabiles Papier für die Segel
  • Buntstifte, um die Segel zu bemalen
  • für den Rumpf: dicke, große Stücke Nadelholzrinde.
  • Optional: einen dünnen Bindfaden
  • Optional: Acrylfarbe für den Rumpf und Wasserlack, um die Farbe anschließend zu versiegeln

 

Schritt 1: die Rinde suchen

Allein die Rinde zu besorgen ist schon ein kleines Abenteuer. Die bekommt ihr nämlich im Wald. Aber bitte holt sie auf gar keinen Fall direkt vom Baum! Denn das beschädigt den Baum ganz massiv. Die Rindenstücke könnt ihr stattdessen ganz einfach vom Boden auflesen. Ihr findet sie auf Waldwegen dort, wo vor kurzem Holz gemacht wurde. Das ist ganz häufig ganz in der Nähe, wo am Wegrand große Baumstämme lagern.

Seid aber nicht enttäuscht, wenn ihr nicht gleich bei den ersten Baumstämmen Rindenstücke findet. Wenn die Baumstämme nämlich eine Weile liegen, verrotten die herumliegenden Rindenstücke. Ihr werdet mit euren Kindern wohl einen kleinen Spaziergang durch den Wald machen müssen. Habt ihr eine Stelle gefunden, sucht euch ein paar schöne große und möglichst dicke Rindenstücke heraus. Achtet dabei darauf, dass ihr nicht gerade Stücke erwischt, die schon zu viele Wurmlöcher haben. 

 

Schritt 2: Schiffsrumpf schnitzen

Schnitzt nun aus dem Rindenstücken einen länglichen, möglichst gleichmäßigen Schiffsrumpf. Unser Sohn ist mit seinen 3,5 Jahren noch etwas klein für diesen Arbeitsschritt. Ältere Kinder können das aber unter Aufsicht auch selbst machen. Achtet dabei darauf, dass ihr die ganzen weichen, porösen äußeren Schichten der Rinde entfernt. Denn die saugen sich sonst später mit Wasser voll und bringen das Schiffchen zum kippen. Damit eben das nicht passiert, müsst ihr auch darauf achten, dass ihr den Rumpf nicht zu flach schnitzt. Er braucht einen schönen tiefen und vor allem gleichmäßigen Bauch, damit er später ordentlich schwimmt.

Wenn ihr nur ein kleines Holzschiffchen baut, reicht es wenn ihr das Schiffchen bauchig schnitzt. Wenn ihr aber eurer Fantasie später freien Lauf lassen wollt und eine kleine Takelage auf das Schiff bauen wollt oder vorhabt, es mit Details zu verzieren, dann braucht ihr unten am Rumpf ein zusätzliches Gewicht. Das dient als Gegengewicht und hält das Boot später im Gleichgewicht. Ihr könnt entweder eine oder mehrere Schrauben an die Unterseite des Rumpfes schrauben. Oder ihr schnitzt euch einen extra Kiel. Den verbindet ihr am besten mit einem Schaschlikspieß und Bastelkleber mit dem Rumpf. Dazu müsst ihr passende Stücke vom Spieß abschneiden und sie auf beiden Seiten anspitzen. Entweder bohrt ihr kleine Löcher vor oder ihr klopft die Holzspießchen mit einem kleinen Hammer vorsichtig in die Rinde. Wenn ihr zusätzlich Bastelkleber für die Flächen und die Holzstücke verwendet, sollte es auf jeden Fall halten.

Ihr könnt den Kiel auch auf ganz andere Art und Weise bauen, hauptsache das Gewicht zieht in der Mitte des Bootes nach unten. Je mehr ihr hinterher auf das Boot baut und je größer die Segel werden, desto größer sollte auch das Gewicht des Kiels sein. Sonst kippt euer Boot beim ersten Windstoß zur Seite.

 

Schritt 3: Den Mast befestigen

Als Mast dienen die Schaschlikspieße. Wie viele Maste euer Schiff haben soll, ist eurer Fantasie überlassen. Den Holz(spieß)mast klopft ihr am besten mit einem kleinen Hammer vorsichtig in den Rumpf. Sollte die Rinde recht hart sein, könnt ihr die Löcher dafür auch mit einem Akkuschrauber und einem kleinen Holzbohrer vorbohren. Dann brechen die Spieße nicht versehentlich ab. Auch hier könnt ihr der Festigkeit mit einem Tropfen Bastelkleber in den Löchern nachhelfen.

 

Schritt 4: Das Segel anbringen

Schneidet euch mit der Bastelschere aus eurem Papier ein Segel in der gewünschten Form und der passenden Größe aus. Wenn ihr es bunt haben wollt, können eure Kinder es nach Belieben bunt bemalen. Faltet es danach einmal er Höhe nach. Auf die Innenseite dieser Falz tragt ihr nun großzügig Bastelkleber auf und klebt es daran an den Holzmast.

Die Basisversion vom Holzschiffchen ist damit fertig. Ihr müsst nur noch den Bastelkleber austrocknen lassen, bevor das Boot in See stechen kann. Wenn ihr das Schiff in einem Bach schwimmen lasst, könnt ihr es mit etwas Bindfaden am Wegschwimmen hindern. Bindet einfach den Faden an einen Mast eurer Wahl.

 

Schritt 5: der Fantasie freien Lauf lassen

Natürlich könnt ihr das Holzschiffchen auch noch weiter verzieren. In dem ihr etwa eine aufwendigere Takelage baut. Oder eine kleine Reling. Oder das Boot bunt anmalt. Zum Anmalen nehmt ihr am besten Fingerfarben oder Acrylfarben. Wasserfarben werden von der Rinde nicht so schön angenommen. Wenn ihr das Boot mit handelsüblichen Acrylfarben bemalt, solltet ihr die Farbe hinterher aber mit einem klaren Wasserlack versiegeln. Sonst landen zum Schluss noch Stoffe im Wasser, die da nicht hingehören. Ihr könnt euch aber auch einfach eine umweltfreundliche Farbe selbst herstellen. Wie das geht, verraten wir euch nächste Woche. 🙂

 

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Basteln! Hinterlasst uns doch auf unserer Facebookseite anschließend ein Foto in den Kommentaren <3

 

Ahoi, Esther!

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