Gärtnern ist wieder total im Trend

Es geht hoch hinaus mit dem Gemüsebeet. Gärtnern ist wieder total en vogue. In den letzten Jahren scheint Gartenarbeit nicht mehr nur ein Ding der älteren Generation zu sein. In unserer Schrebergartenanlage z.B. sind sehr viele junge Menschen, die sich am Wochenende nur zu gern die Hände im Garten schmutzig machen. Wer dabei nur wenig Platz zur Verfügung hat, wird schnell kreativ und versucht sich u.a. am vertikalen Gärtnern.

Denn der Trend geht seit einiger Zeit wieder hin zum Selbermachen. “Do it yourself” scheint das Motto der 2010er Jahre zu sein. Denn DIY ist Trend und vorallem eine Lebenseinstellung. Es wird soviel wie schon lange nicht mehr gehäkelt, gestrickt, genäht, eingekocht und upgecycelt – also aus Alt mach Neu. Handarbeit wird generell wieder geschätzt, auch im Garten.

Kaum ein Gemüse schmeckt so gut, wie wenn es selbst gezogen wurde. Die Tomaten sind aromatischer und die Karotten süßer. Wir haben es selbst in der Hand, was wir anpflanzen und wie viel davon. Wir können uns durch ganz verschiedene Sorten probieren und sind unabhängig von der eher spärlichen Auswahl der üblichen Standardsorten. Und vor allem lernen wir: Krumme Gurken oder knubbelige Kartoffeln schmecken genau so gut, wie die DIN-genormten Dinger aus dem Supermarkt – wenn nicht, sogar besser!

Not macht erfinderisch!

Wer selbst nur begrenzten Platz auf dem Balkon hat, wird meist schnell experimentierfreudig beim Anbau. Da kommt in jede Nische ein Töpfchen mit einem Pflänzchen. Am besten noch irgendwas Nahrhaftes für die fliegende, flatternde Fauna. Denn wer Früchte ernten will, braucht nun mal fleißige Insekten für deren Bestäubung. Tomaten, Paprika, Auberginen haben dekorative, kleine Blüten und locken damit Bienen & Co. an. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an speziellen Züchtungen für den Balkon, z.B. Zwergpfirsich und Säulenobst, wie Kirschen, Brombeeren oder Äpfel. Dazwischen verschiedene, duftende Kräuter. Dann macht das anschließende Ernten und Kochen gleich noch mehr Spaß. Denn man weiß ja, was alles Gutes im Suppentopf landet.

Ähnlich kreativ kann man auch im eigenen Garten werden. Denn nicht jedem stehen super viele Quadratmeter zur Verfügung. Eine tolle Idee ist da das sogenannte vertikale Gärtnern. Statt Salat & Co auf ein weitläufiges Feld zu setzen, pflanzt man einfach in die Höhe. Und genau das habe ich im letzten Jahr auch ausprobiert:

Als wir unseren Schrebergarten übernommen haben, lagen hinter der Hütte zwei seltsam aussehende, bodenlose Tonnen. Sie hatten unzählige, gleichmäßige Löcher. Ich vermutete, dass jemand eine Art Blumensäule (oder auch Flower Tower) aus den Kunststofftonnen gemacht hat. Man sieht so etwas manchmal in Innenstädten. Da stehen solche riesigen Blumentürme, die über und über mit bunten Blüten behangen sind, meist Petunien.

Anstatt Blumen habe ich mich aber für Erdbeeren, Kräuter und Salat entschieden. Ich suchte eine geeignete Stelle im Garten und platzierte dort die beiden Tonnen. Ganz unten legte ich ein Wühlmausgitter aus. Darauf kam eine ordentliche Schicht Rindenmulch und den Rest füllte ich mit torffreier Erde auf. Im Grunde war es das dann auch schon. In die Löcher steckte ich Ableger von unseren Erdbeeren und verteilte 2 Sorten Kopfsalat gleichmäßig. Den Salat sollte man nicht zu eng einpflanzen, da er ja noch etwas in die Breite wächst. Den unteren Rand zierte reichlich krause Petersilie. Oben setzte ich abschließend Zitronenmelisse, duftenden Thymian und Zitronenverbene in die Tonne. Fertig.

Der große Vorteil am vertikalen Gärtnern ist, dass bspw. der Salat beim Ernten bereits sauber ist. Durch den Anbau in die Höhe bleibt das Gemüse weitestgehend frei von Sand und es verirren sich auch kaum Schädlinge wie z.B. Schnecken in die Höhe. Damit nicht alle Salatköpfe zur selben Zeit erntereif sind, sollte man die Jungpflanzen etwas zeitlich versetzt in die Erde bringen. Aber das Beste am vertikalen Gärtnern, speziell mit solchen Pflanzsäulen, ist definitiv das mühelose Ernten. Man muss sich kaum bücken und nicht auf den Knien rum rutschen. Auch das Gießen geht bequem und schnell: einfach von oben mittig gießen. Das Wasser sickert dann allmählich nach unten und erreicht so die Wurzeln aller Pflanzen in der Tonne.

Wer keine Pflanzsäule hat, aber dennoch einen Hingucker sucht, kann es mal mit einer alten Europalette probieren. Einfach auf die Seite stellen und in die Lücken zwischen den Fußsockeln kleine Blumenkästen oder -töpfe setzen, bepflanzen, fertig. Easy peasy!

Kein Gemüsefan? Ihr könnt euch auch einfach für ein paar Futterpflanzen für Bienen und Schmetterlinge entscheiden. Dazu zählen u.a. Glockenblume, Blaukissen, Phlox, Sonnenhut, die Edeldistel Mannstreu, duftender Lavendel und leuchtende Sonnenblumen. All diese wunderbaren, blühenden Blumen sind ein hervorragendes Bienenfutter und für Menschen ungiftig.

 

Viel Spaß beim Gärtnern!

Eure Anke

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