Flohmarkt ist nicht nur alter Trödel

Ich besuche sehr gern Flohmärkte und Kinderbasare. Ganz gleich, ob ich in dem Moment wirklich etwas brauche oder einfach nur durch die Reihen schlendern möchte. Irgendwas findet sich immer. Jedes Wochenende drängen sich Menschenmassen durch enge Gänge und wühlen sich durch ausrangierte Alltagsgegenstände. Hier eine alte Kommode, dort eine verschnörkelte Deckenlampe und am anderen Ende der Tapeziertafel wartet noch der passende Mantel. Egal ob Mobiliar, Deko, Kleidung oder Spielzeug – jeder findet immer irgendetwas auf einem Flohmarkt.

“One man’s trash, that’s another man’s come up…” (Macklemore & Ryan Lewis – Thrift shop)

Bereits in der Schwangerschaft schaute ich auf dem Mannheimer Krempelmarkt nach ersten Sachen für mein Kind. Ich kaufte damals Babykleidung. Überhaupt habe ich nahezu alles secondhand gekauft. Bis auf wenige neugekaufte Einzelteile wurde unsere Babykleidung schon einmal von anderen Babys getragen. So konnte ich wenigstens davon ausgehen, dass eventuelle chemische Rückstände bereits von den Vorbesitzern rausgewaschen wurden. Mir war es egal, dass bereits ein anderes Kind zuvor diese Kleidung getragen hatte. Ich warf die Kleidung einfach in die Waschmaschine. Das war’s.

Muss es immer neu sein?

Auch Spielzeug und Kinderbücher habe ich entweder auf einem Flohmarkt oder online gebraucht gekauft. Ich habe ein Faible für Holzspielzeug. Doch leider kostet dieses neu manchmal ein kleines Vermögen. Da finde ich es eine schöne Alternative auf Gebrauchtes zurückgreifen zu können. Die Spielsachen sind meist vollkommen in Ordnung oder haben nur wenige, kleine Kratzer. Warum sollte man solche Sachen auch wegwefen, wenn doch ein anderes Kind noch damit spielen könnte? Zudem bekommt man noch etwas Geld für seinen ungenutzten Krempel.

Natürlich ist mir bewusst, dass irgendjemand diese Dinge einmal neu gekauft haben muss, damit ich sie dann secondhand erwerben kann. Und Secondhand hat bei mir auch Grenzen: Unterwäsche. Selbst wenn die Sachen zigmal gewaschen worden wären, ich persönlich möchte keine Unterhosen anderer Leute anziehen. Das ist mir dann doch etwas zu intim.
Ich kann auch verstehen, dass Eltern keine gebrauchten Stoffwindeln kaufen wollen. Immerhin kamen die Windeln mit den Ausscheidungen eines anderen Kindes in Berührung. Aber dennoch stört es mich bei Stoffwindeln nicht so sehr wie bei getragener Unterwäsche. Irgendwie seltsam…

Kohle für’s Ausmisten

Jedes Mal, wenn ich bei mir Zuhause ausmiste, entdecke ich Dinge, die ich schon eine Ewigkeit nicht mehr benutzt habe. Aber irgendwie bringe ich es nicht über’s Herz die Dinge in den Müll zu schmeißen. Ich brauche sie nicht mehr, aber zum Wegwerfen sind sie einfach zu schade. Daher verkaufe oder verschenke ich Ungenutztes gern über Online-Flohmärkte. Ich muss gestehen, dass ich schlichtweg keine Lust habe, stundenlang an meinem Verkaufstisch auf einem Flohmarkt rumzustehen. Wobei Online-Flohmärkte kaum weniger zeitintensiv sind. Dafür muss ich die jeweiligen Dinge fotografieren, eine passende Beschreibung verfassen, alles hochladen und anschließend mit den Interessenten feilschen und diskutieren. Im Endeffekt kostet es mich fast die selbe Zeit. Aber ich kann stattdessen auch nur wenige Dinge inserieren. Für einen kleinen Flohmarktstand müsste es dann doch etwas mehr Ware sein. Eine Tapeziertafel, die nur mit 2 Büchern und 3 T-Shirts bestückt wäre, würde vermutlich seltsam aussehen. Zumal man für einen Stand in den meisten Fällen eine Gebühr entrichten muss. Der Verkauf sollte sich wenigstens in sofern rentieren, dass man die Standgebühr wieder reinholt.

Nichtsdestotrotz liebe ich Flohmärkte. Ganz gleich ob online oder nicht. Ich liebe es Schnäppchen zu machen – wer nicht?!
Am meisten kann man bei Echtholzmöbeln sparen. Neu sind sie schier unbezahlbar. Allerdings kann man bei Haushaltsauflösungen richtig Glück haben und wahre Echtholz-Schätze abgreifen!

Im übrigen habe ich zwei meiner schönsten Tragetücher online gebraucht erstanden. Die Tücher hatten keinerlei Mängel und ich habe sie weit unter dem Ladenpreis bekommen und das nur, weil sie schon jemand benutzt hat. Doch gerade Tragetücher werden immer kuscheliger und weicher, je öfter man sie benutzt. Im Endeffekt bekommt man ein eingekuscheltes Tuch für weniger Geld.

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