Einfache Stempel aus Korken selber machen

Liebe Mamas, liebe Papas! Anstrengende Zeiten stehen uns bevor. Denn dank der “Corona-Krise” ist das öffentliche Leben fast zum Erliegen gekommen. Und zumindest bis nach Ostern müssen wir unsere Kinder zu Hause betreuen. Nun sind ja die Wenigsten von uns kreative Wunderwerke, die es schaffen, jeden Tag etwas Neues und Interessantes zur Kinderbeschäftigung aus dem Hut zu ziehen. Ganz ehrlich: ich gehöre auch nicht dazu. Umso dankbarer bin ich für jede Idee, die mir einfällt. Oder, die ich irgendwo finden kann. Ehrlich: mir graut vor den nächsten Wochen mit meinem höchstwahrscheinlich bald völlig unterfordertem Vierjährigen. Da ist jedes Mittel oder jede Idee recht – egal wo sie herkommt. Wir werden deshalb die nächsten Wochen für euch Bastel- und Beschäftigungsideen sammeln und verbloggen und hoffen, dass ihr auf diese Weise eure Kinder gut beschäftigen könnt. Heute starten wir mit einem tollen Naturmaterial. Wir basteln mit Korken.

Die heutige Idee ist – und da bin ich als eher mäßig einfallsreicher Mensch sehr stolz drauf – tatsächlich auf meinem Mist gewachsen. Vor kurzem hat mein Sohn nämlich das Basteln für sich entdeckt. Oder eher gesagt das Kleben. Er klebt wie ein Weltmeister und die kürzlich besorgte Bastelbox ist schon fast gefährlich leer. Um sie wieder aufzufüllen und mal was neues und ohne Plastik anzubieten, habe ich einen Karton mit Flaschenkorken bestellt. Die Ursprüngliche Idee war, die Korken in Scheiben zu schneiden, damit er sie irgendwo aufkleben kann. Da aber vor ein paar Tagen unser letzter Stempel kaputt gegangen ist, kam mir die Idee, aus den Korken einfach neue Stempel zu machen.

Ich muss sagen: das war wirklich eine meiner besseren Ideen! Die Stempel aus Kork sind wirklich toll! Mein Sohn ist total begeistert und konnte es auch kaum erwarten, die Stempel „in Betrieb“ zu nehmen. Abgesehen vom Spaßfaktor haben die Korken aber auch noch andere Qualitäten. Sie sind nämlich nicht nur ungiftig, sondern auch ökologisch unbedenklich. Man kann sie individuell gestalten und jeder Stempel hat zusätzlich seine ganz eigene Maserung auf der Oberfläche, die beim Stempeln sichtbar wird. Sind die Kinder schon ein bisschen größer, kann man sie auch gemeinsam mit ihnen herstellen. Arbeiten mit der Laubsäge macht nämlich richtig Spaß! Und im Vergleich zu anderen Sägen ist die Verletzungsgefahr auch sehr überschaubar.

Folgende Materialien benötigt ihr für die Stempel:
  • mehrere Flaschenkorken aus Kork
  • Laubsäge mit feinem Sägeblatt
  • Filzstift zum Vorzeichnen
  • ein kleines Lineal oder ein kurzes gerades Stück Holz/Pappe um gerade Kanten zu ziehen
  • Unterlage zum Sägen (am besten ein Brett mit zwei Schraubzwingen)
  • sehr scharfes Taschenmesser/Schnitzmesser
  • grobes Schmirgelpapier
  • feines Schmirgelpapier
  • etwas Zeit, Geduld und gute Nerven, falls eure Kinder daneben stehen 😉

Für die Stempel braucht ihr ganz gewöhnliche Flaschenkorken, eben aus Kork. Wenn ihr selbst keine Möglichkeit habt, sie zu sammeln, könnt ihr sie auch einfach für ein paar Euro bestellen. Zur Bearbeitung der Korken eines gleich vorweg: die Korken müssen leider zurechtgesägt werden. Denn Kork ist spröde. Versucht ihr, größere Stücke mit dem Messer abzuschneiden, wird er an den Kanten ausbrechen. Das Messer dient nur zum entgraten der Kanten und um ganz feine Unebenheiten wegzuschneiden. Alles, was feiner ist als hauchdünn wird mit dem Messer brechen. Am besten macht ihr das Ganze nicht in der Wohnung, denn der Kork „staubt“ ganz schön beim Sägen.

Bereitet euch zunächst eure Arbeitsfläche vor. Wenn ihr keine Werkbank habt, dann legt euch ein Brett auf den Tisch, damit dieser keinen Schaden nimmt. Damit das Brett beim Werken nicht rutscht, habe ich es mit zwei Schraubzwingen am Tisch befestigt. Es gibt aber sicher auch noch andere Möglichkeiten, sich eine geeignete Arbeitsfläche zu schaffen. Wichtig ist nur, dass ihr einen Untergrund nehmt, der ggf. angesägt oder zerkratzt werden darf. Denn das kann schnell mal passieren, wenn ihr sägt. 

Spannt zum Sägen der Korken ein möglichst feines Sägeblatt in eure Laubsäge ein. Denn je gröber das Sägeblatt ist, desto ausgerissener werden die Kanten. Zeichnet dann am Kopfende des Korkens die Form des Stempels ein. Auf dem unebenen Kork werden Freihandstriche ziemlich wackelig. Nehmt bei geraden Kannten deshalb am besten ein kleines Lineal um gerade Striche zu ziehen. Ein gerades Stückchen Holz oder irgendwas anderes tut es aber auch.

 

Korken richtig sägenHabt ihr die Form eingezeichnet, geht es ans Sägen. Ihr müsst die Form der Länge nach aussägen. Dazu legt ihr den Korken so auf den Tisch, das ihr am Strich entlang möglichst gerade nach unten sägen könnt. Versucht die Säge dabei waagerecht zu führen, damit die Form auf beiden Seiten des Korkens möglichst gleich wird. Den Korken müsst ihr beim Sägen gut festhalten, sonst wird die Schnittfläche nicht gerade und ihr müsst viel nacharbeiten. Achtet aber dabei gut auf eure Finger!

Korken in Form sägenKorken in Form sägenKorken in Form sägen

Für die ersten Versuche empfehle ich euch ganz einfache Formen wie Quadrat, Dreieck, Raute. Denn je mehr Ecken und Kanten die Form später haben soll, desto fummeliger wird die ganze Angelegenheit. Gerade bei den Sternen kommt es auf jeden Millimeter beim Segen an. Das kann einem am Anfang ganz schön demotivieren, wenn gleich beim ersten Versuch nix passt und die Hälfte ausbricht. Wenn die einfach Formen gut geklappt haben, macht mit den komplizierteren Motiven weiter. 

Seid dabei aber nicht zu anspruchsvoll an euch und eure „Sägearbeit“. Es ist völlig normal, dass das Motiv auf der Hinterseite leicht anders ausfällt als vorne. Die ganze Angelegenheit ist so klein und fummelig. Über die Länge des Korkens verschiebt sich bei jedem Schnitt die Form etwas. Gerade bei den Sternen weicht vorne von hintern ganz schön ab. Das ist aber gar nicht schlimm. Denn so hat euer Kind zum Schluss gleich zwei verschiedene Größen oder gar Formen an einem Stempel zur Verfügung. Verabschiedet euch also von eurem Perfektionismus, für euer Kind wird der Stempel wunderbar sein, so wie er ist.

Korken geschliffen
Korken geschliffen
Korken ungeschliffen
Korken ungeschliffen

Wenn ihr eure Form auf den Korken aufgezeichnet habt, legt ihr ihn der Länge nach auf eure Arbeitsfläche und sägt die Form heraus. Wenn nicht gleich jede Kante oder Ecke perfekt sitzt, macht das gar nichts. Mit dem Messer könnt die Kanten vorsichtig ein klein wenig korrigieren. Achtet dabei aber darauf, nur hauchdünne Scheibchen abzuschneiden. Wenn ihr mit dem Messer zu große Stücke abschneiden wollt, wird er euch an den Kanten ausbrechen.

Für größere Korrekturen an der Form könnt ihr das grobe Schmirgelpapier nehmen. Achtet dabei aber darauf, dass ihr damit nicht versehentlich gerade Kanten krumm schleift. Seid ihr mit der Form des Stempels zufrieden, dann schleift alle Kanten mit dem Feinen Schmirgelpapier nach. Das ist zwar nicht unbedingt notwendig, aber glatte Flächen sind deutlich besser von Farbe zu reinigen als raue. Außerdem krümelt so später weniger Kork in die Farbe. 

Wenn ihr fertig seid, werft die Abschnitte der Korken nicht weg! Denn vor allem die großen Abschnitte kann prima zum basteln und kleben verwenden. Der Vorteil an dem Bastelmaterial: Im Vergleich zu vielen anderen Materialien wie Kulleraugen, Sticker oder Moosgummi entsteht dabei später kein Plastikmüll. Denn Kork wird aus der Rinde der Korkeiche gewonnen und ist somit zu 100% abbaubar ohne Schadstoffe zu hinterlassen. 

Wenn die Korkstempel fertig sind, kann es direkt los gehen mit dem Stempeln. Nehmt dazu am besten eine normale, gut deckende Acrylfarbe. Fingerfarben eigenen sich weniger, da sie zu dick sind. Sie sollen ja an den Fingern kleben bleiben. Leider tun sie das auch am Stempel und so bildet sich statt eines schönen Abdrucks einfach ein dicker Farbklecks. Verdünnt ihr die Fingerfarben, decken sie in der Regel nicht mehr gut genug. Wasserfarben eignen sich leider auch nicht zum Stempeln, da sie viel zu dünn sind und nur verlaufen. Alternativ zur Acrylfarbe könnt ihr aber auch zum Stempeln bunte Stempelkissen besorgen. Aber das ist dann wohl eher was für Kinder, die alt genug sind, um nicht mehr wild und unkontrolliert um sich zu stempeln.

Welche Ideen habt ihr für die kommende Zeit? Ich freue mich über eure Anregungen und Kommentare!

Liebste Grüße, Esther

 

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