DIY: Farben selber machen – vegan und umweltfreundlich

In unserem Beitrag von letzter Woche haben wir euch eine Anleitung zum Holzschiffchen bauen gegeben. Die Schiffchen haben wir in unserer Anleitung (noch) in der Originalfarbe gelassen. Sie sehen aber auch bemalt ganz wunderschön aus. Wie bereits letzte Woche angekündigt, gibt´s heute die Anleitung wie ihr die Farben zum Bemalen selbst herstellen könnt.

Natürlich könnte man zum Bemalen der Schiffchen einfach irgendwelche Farben nehmen. Solange die Schiffchen nur zu Hause rumstehen, ist gegen handelsübliche, gekaufte Farben auch nix einzuwenden. Aber die Holzschiffchen sollen ja zum Schluss ins Wasser. Und sobald die Boote mit dem Wasser und der Natur in Berührung kommen, wird früher oder später auch etwas von der Farbe ins Wasser übergehen. Ihr könnt dafür natürlich auch Bio-Farben kaufen und/oder euch über die Inhaltsstoffe der einzelnen Farben schlau machen – oder ihr rührt die Farben einfach mit der folgenden Anleitung an.

Günstig, vegan und umweltfreundlich

Uns war es wichtig, dass die Farben möglichst wenig Schaden an unseren Kindern, aber auch der Umwelt verursachen. Um die Umwelt und die Gewässer möglichst wenig zu belasten, haben wir Farbpigmente aus Lebensmittelfarbe verwendet. Dafür haben wir uns Lebensmittelfarbe in Form von Pulver gekauft. Flüssige Lebensmittelfarbe geht zwar auch, ist aber schwieriger zu dosieren und verursacht dabei auch wesentlich mehr Sauerei.

Für die Trägermasse der Farbe haben wir uns für ein Gemisch aus Wasser und Mehl entschieden. Dabei entsteht dann eine sogenannte Kleisterfarbe, die sich nicht nur mit dem Pinsel auftragen lässt. Sie eignet sich auch hervorragend als Fingerfarbe. Und mit den Fingern malen kriegen auch schon die kleinsten Mäuse hin 😉 . Man kann zwar auch aus anderen Bindemitteln Farbe herstellen, wie beispielsweise aus Ei oder aus Quark. Aber gerade rohes Ei möchte ich nicht unbedingt an Kinderhänden haben und Quark hat auch nur eine sehr begrenzte Lebensdauer.

Folgende Zutaten/Gegenstände braucht ihr für die Farbe:
  • Mehl (Typ 405)
  • Farbpigmente
  • Wasser
  • einen mittelgroßen Topf
  • Schneebesen
  • verschiedene Gefäße für die fertigen Farben (pro Farbe ein Gefäß)
  • Messer
  • kleine Schöpfkelle
  • Esslöffel
  • Teelöffel, nach Anzahl der gewählten Farben

Gebt 500 ml kaltes Wasser in einen Topf und rührt 2-3 Esslöffel Mehl hinein. Das Gemisch muss klumpenfrei sein, bevor ihr es erhitzt. Andernfalls bekommt ihr die Klümpchen vielleicht nicht mehr heraus. Sind keine Klümpchen mehr vorhanden, dann erhitzt das Mehl-Wasser-Gemisch unter ständigem Rühren, bis es kocht. Ihr müsst wirklich konstant rühren, sonst setzt sich die Masse am Topfboden ab oder wird womöglich klumpig. Die Klumpen könnt ihr zwar hinterher mit einem Sieb wieder abgießen. Aber das gibt eine riesige Sauerei und macht keinen Spaß.

Generell gilt bei der Menge des Mehls: wollt ihr die Farben lieber etwas dünner haben, weil ihr etwa mit dem Pinsel arbeiten wollt, dann seid mit dem Mehl etwas sparsamer. Wollt ihr hinter die Farben als Fingerfarben verwenden, dann solltet ihr etwas mehr Mehl nehmen, um die Farbe anzudicken.

Rühren, rühren, rühren!

Lasst das Mehl-Wasser-Gemisch so lange unter ständigem Rühren köcheln, bis sich eine dickflüssige Masse gebildet hat. Das dauert etwa 2-3 Minuten. Ist die Masse bis dahin noch zu flüssig, braucht ihr noch etwas Mehl. Das könnt ihr aber nicht direkt dazugeben (auch nicht durch ein Sieb), denn sonst gibt es Klümpchen. Nehmt einen Teelöffel Mehl und gebt ihn in ein schmales Glas. Gebt dann 3-4 Teelöffel Wasser dazu und verrührt das Ganze mit dem Löffel so lange, bis sich das Mehl vollständig und ohne Klumpen im Wasser gelöst hat. Durch das Glas könnt ihr ganz gut sehen, ob noch irgendwo trockenes Mehl am Rand hängt. Diese zähflüssige Gemisch könnt ihr dann unter schnellem Rühren in euren Topf geben. Kocht die Masse nun wieder 2-3 Minuten um zu sehen, ob es nun dickflüssig genug ist. Sollte euch die Masse dagegen zu fest geworden sein, gebt einfach noch ein paar Esslöffel Wasser hinzu. Wenn ihr euch etwas Stress beim beim Kochen sparen wollt, könnt ihr den zusätzlichen Löffel Mehl schon vorher anrühren und bereitstellen.

Wenn die Grundmasse nun fertig ist, lasst sie kurz auskühlen und verteilt sie dann mit einer kleinen Schöpfkelle in die Gefäße, in der ihr die Farben anrühren möchtet. Nehmt nun die Farbpigmente und gebt jeweils eine Messerspitze davon in ein Gefäß zu der Masse. Verrührt die Pigmente nun gründlich mit einem Teelöffel. Achtet aber darauf, dass ihr (und die mitrührenden Kinderhände) wirklich jeden Teelöffel nur für eine Farbe verwendet. Sonst gibt’s zum Schluss enttäuschte Gesichter, wenn die Lieblingsfarbe am Ende anders ausschaut.

Mehr Pigmente, kräftigere Farben

Sollte euch die Farbe nicht kräftig genug sein, dann gebt noch ein klein wenig mehr Pigmente dazu. Wollt ihr sie dagegen heller und pastelliger haben, müsst ihr noch etwas vom Kleister dazugeben. Entweder habt ihr euch etwas über gelassen, oder ihr kocht euch nochmal kurz eine kleine Menge und gebt sie dazu, sobald sie etwas abgekühlt ist. Man kann die Farben theoretisch auch durch Zugabe von Wasser heller machen. Aber dann werden sie auch dünner und lassen sich anders verarbeiten. Außerdem sind sie als Fingerfarben nicht mehr zu gebrauchen, wenn sie zu dünn werden.

So, und nun viel Spaß beim Farben kochen! Wir freuen uns, wenn ihr uns eure Erfahrungen damit in die Kommentare schreibt.

 

Herzlichst, Esther

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