Das Familienbett- mehr als nur ein Ort zum Schlafen

Wir schlafen gemeinsam in einem großen Bett. Von Anfang an. Wir, das sind Mama, Papa, Kind und manchmal auch 2 Kater. Wir alle schlafen gemeinsam in unserem Familienbett.

Jahrelang war ich der Meinung, ein Kind gehört ins eigene Bett. Das Bett würde zwar bei uns im Schlafzimmer stehen, aber ein Kind schläft im Großen und Ganzen allein für sich. Schließlich sei das normal. Nein, das ist es nicht. Ich mag auch nicht alleine schlafen. Es beruhigt mich, wenn ich nachts im Dunkeln meinen Mann leise atmen höre. Wenn ich Nähe brauche, dann rücke ich dichter an ihn heran und schlinge meinen Arm und mein Bein um ihn herum. Wenn wir morgens gemeinsam aufwachen, schenken wir einander ein Lächeln und wünschen uns ein heiseres „Guten Morgen.“.

All diese schönen, kuscheligen Momente teilen wir mit unserem Kind. Denn auch Babys haben ein Bedürfnis nach Nähe. Dieses Bedürfnis entwickelt sich nicht erst in der Pubertät, wir werden damit geboren. Also kuschel ich mich in der Nacht an meine Tochter und höre wie sie ruhig atmet oder hin und wieder im Schlaf redet. Je nach dem, was sie am Tag erlebt hat, ist das dann nachts nochmal Thema bei ihr. Wir haben vor einiger Zeit auf dem Spielplatz eine Mama mit einem ganz winzigen Baby getroffen und meine Tochter war fasziniert davon. Sie hat das Baby minutenlang angeschaut und mir immer wieder begeistert zugerufen:“Ein Baby! Baby!“. Und so war es dann auch in der Nacht. Es ist zu süß, wenn sie im Schlaf dieses gemeinsame Erlebnis noch einmal Revue passieren lässt. Und so schlafen wir dann friedlich weiter.

Morgens wird sie allmählich während des Stillens wach. Plötzlich schlägt sie die Augen auf, sitzt aufrecht im Bett und fängt an zu reden. Ich habe manchmal das Gefühl, dass sie morgens eine Art Sprach-Check-up macht und alle Wörter und Laute durchgeht, die sie kennt: „Katze, Hund, Decke, Kissen, Mama, Papa, Essen, Licht aus,…!“, mehrere Minuten lang. Dann kuscheln wir noch eine Runde, bevor wir in den Tag starten.

Am Abend, wenn mein Mann von der Arbeit nach Hause kommt, verlangt unsere Tochter umgehend:“Papa, Bett!“, kaum dass er die Wohnung betreten hat. „Papa, Bett!“ ist eine direkte Aufforderung zum Spielen und Rumtollen in unserem großen Familienbett. Die beiden hüpfen herum und spielen Verstecken unter den Bettdecken oder bauen damit eine gemütliche Höhle. Seit ein paar Monaten kann unsere Tochter einen Purzelbaum schlagen und so rollt sie laut lachend über unser Bett. Sie freut sich über die Aufmerksamkeit, die wir ihr schenken. Zwischendurch werden feuchte Spuckeküsschen verteilt oder sie fällt uns um den Hals für eine herzliche Umarmung. Und schon wird weiter gehüpft. Am Ende sind wir erschöpfter als unser kleines Energiebündel!

Das Familienbett ist für uns also nicht nur ein Ort zum Schlafen. Es ist vielmehr eine Art Kernpunkt für unsere kleine Familie. Ein Ort an dem wir uns wohlfühlen, spielen, kuscheln, ausruhen. Ein Ort für Nähe und Liebe und Spaß. Weder mein Mann noch ich bereuen unser Familienbett. Seit Tag 1 schläft unser Kind sicher und warm neben uns. Unsere Tochter darf ausziehen, wenn sie soweit ist und niemand wird sie drängen. Mein Mann freut sich sogar schon darauf, wenn irgendwann ein zweites Kind mit uns gemeinsam in diesem Familienbett schlafen wird.

Alle Eltern finden für sich einen eigenen, individuellen Weg, der so für ihre Familie gut funktioniert und sich richtig anfühlt. Für uns funktioniert das Familienbett und alle bekommen ihren Schlaf. Es wäre für uns keine Option, wenn unser Kind in einem anderen Raum und ganz allein schlafen müsste. Sie braucht unsere Nähe und wir die ihre. Auf diese Weise fühlt es sich für uns drei richtig und gut an.

 

Liebste Grüße,

eure Anke

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