Campingurlaub – gemeinsam mit unseren Kindern

Wir waren das erste Mal Zelten mit unseren Kindern. Auf unserem Instagram-Profil konntet ihr unseren Campingurlaub ein wenig mitverfolgen. Wir hatten die ganze Woche über wunderbares Wetter und jede Menge Chaos beim Aufbau. Aber auch viel Spaß – vor allem unsere beiden Großen!

Sowohl Esther als auch ich waren früher oft und gerne Zelten. Mein Mann und ich waren das letzte Mal vor 4 Jahren zelten, dort wo wir dann letztes Jahr noch einmal unseren Familienurlaub verbracht haben. Im Jahr davor hatten wir unser Zelt an der belgischen Küste aufgeschlagen. Es war damals unser erster gemeinsamer Urlaub als Paar. Wir hatten einen tolle Zeit!

Gemeinsames Reisen verbindet

Ich finde ja, dass so ein Urlaub auch immer nochmal neue Facetten einer Person zu Tage trägt. Wie organisiert oder strukturiert ist jemand? Kommt die Person mit Stress oder Unvorhersehbarem zurecht? Wie arbeitet man als Team zusammen? Vieles von dem ist einem manchmal vorher nicht so bewusst und kristallisiert sich erst beim gemeinsamen Urlaub heraus. Bei uns läuft es meistens so ab, dass wir uns beim Packen oder Autobeladen streiten, der Urlaub dafür aber harmonisch abläuft. Denn unser gemeinsames Ziel ist ja eben unser gemeinsamer Urlaub. Wir sprechen im Vorfeld darüber, was wir von der Reise erwarten. Wollen wir Ausflüge machen oder lieber nur am Badesee liegen? Kochen wir selbst oder gehen wir Essen?

Wenn man vor Reiseantritt solche Dinge miteinander bespricht, gibt es während des Urlaubs weniger Reibungspunkte. Schwieriger wird es, wenn man mit anderen Leuten gemeinsam verreist. Aber auch da sollte man Dinge offen ansprechen. So weiß jeder, worauf er sich einstellen muss. Und man muss ja auch nicht jede freie Minute miteinander verbringen. Gerade weil unser Alltag häufig stressig ist und Familienzeit dabei zu kurz kommen kann, ist Zeit nur unter sich meiner Meinung nach essentiell.

Eine tolle Zeit für die Kinder

Für meine Tochter und Esther‘s großen Sohn war der Campingurlaub auf jeden Fall eine einzige Gaudi. Die beiden sehen sich ohnehin schon regelmäßig und fordern einander ein. Aber noch nie konnten die beiden eine ganze Woche miteinander verbringen. Gleich am ersten Tag sind sie die meiste Zeit Hand in Hand über den Campingplatz geflitzt. Alles wollten sie gemeinsam machen. Spielen, Picknick auf der Decke, ja sogar die Toilettenbesuche wurden gemeinsam absolviert! Allein schon für die zwei beiden hat sich der Campingurlaub mehr als gelohnt.

Der Anreisetag fing bei uns allen etwas chaotisch an. Wir kamen alle später an als geplant. Zeitmanagement und Kinder kollidieren da leider viel zu häufig. Wir hatten unser Zelt das letzte Mal vor 4 Jahren aufgebaut und natürlich haben wir die Hälfte davon in unserem Keller vergessen! Glücklicherweise haben wir uns für unseren ersten Campingurlaub mit den Kindern einen Campingplatz in der Nähe rausgesucht. Also konnte mein Mann nochmal schnell nach Hause fahren und brachte unsere Schlafkabine und einen Hammer mit. Denn der Boden war leider sehr verdichtet, da normalerweise Wohnwägen darauf stehen. Die Heringe in den Boden zu bekommen, war deshalb fast ein Ding der Unmöglichkeit. Ein normaler Sandboden oder Rasenfläche wären da schon vorteilhaft gewesen. Aber wir wussten uns ja zu helfen.

Während wir uns mit dem Zelt und den Heringen abmühten, rannten die großen Kinder auf dem Platz herum und beschäftigten sich weitestgehend selbst. Das erleichtere uns Erwachsenen den Aufbau enorm. Und so konnten wir relativ bald unser Abendessen auf den Campingstühlen sitzend verspeisen. Der erste Tag war dann aber auch schon bald wieder rum.

Die darauffolgenden Tage waren wir im Grunde die ganze Zeit über auf dem Campingplatz. Es war sehr warm und so liefen wir zum nahegelegenen Badesee, zum Spielplatz oder befüllten das mitgebrachte kleine Planschbecken direkt neben den Zelten mit Wasser. Hauptsache viel Schatten und Abkühlung!

Am Donnerstag, dem letzten Tag, machten wir am Nachmittag mal einen Ausflug in den Wald. Wir sind getrennt voneinander gefahren, weil jeder von uns etwas Familienzeit wollte. Wir vier haben einen kleinen Bachlauf mitten im Wald entdeckt. Dieser hat vor allem meinen Mann zum Experimentieren eingeladen. Also haben er und unsere Tochter einen kleinen Damm gebaut. Unsere Tochter legte Steine um und begutachtete die mit Moos bewachsenen Baumstämme. Alles in allem war es ein sehr entspannter Nachmittag.

Die Bedürfnisse und Wünsche wahrnehmen

Insgesamt ist die Laune meiner Tochter leider mit jedem Tag ein klein bisschen schneller gekippt. Obwohl sie immer wieder die Nähe und Aufmerksamkeit ihres Sandkastenfreundes einforderte, endete es immer öfter in Geschrei, je länger der Campingurlaub andauerte. Irgendwann wurde mir dann bewusst, dass unsere Tochter im Grunde gar keine Zeit für sich hatte. So laut sie sein kann und so viel sie auch herumwuselt, ist unsere Tochter im Grunde ein Ruhe bedürftiges Kind. Sie mag es nicht, wenn es zu laut ist. Sie hält sich sogar die Ohren zu, wenn auf der Straße ein LKW vorbeifährt. Und nun hatte sie nahezu den ganzen Tag über Input, aber keine richtigen Ruhepausen. Das wurde uns aber auch erst gegen Ende des Urlaubs so richtig bewusst.

Aus jeder Urlaubsreise kann man etwas für die nächste Reise mitnehmen. In unseren Fall, dass wir unserer Großen mehr Ruhezeiten einrichten. Sie ist ein unglaublich kompetentes Kind und erkundet Neues gern in Ruhe, in ihrem Tempo. Das zu erkennen und anzunehmen ist für mich ein wesentlicher Kern unserer beziehungsorientierten Lebensweise. Bei uns ist niemand wichtiger als der andere. Wir alle vier zählen gleichermaßen. Deshalb versuchen wir auch während unserer Reisen aufeinander zu achten und einzugehen. Jeder soll das machen dürfen, worauf er Lust hat und was er gerade für sich braucht.

Im Ürbigen hat es ganz hervorragend geklappt mit unserem 4 Monate jungen Baby im Zelt zu übernachten. In den ersten beiden Nächten bin ich spät abends nach Hause gefahren mit dem kleinen Mann. Aber das fühlte sich irgendwie nicht richtig an. Meine Tochter und mein Mann haben mir einfach gefehlt. Auch wenn es mal schön war, so viel Platz im Bett zu haben…

In der 3. und 4. Nacht blieb ich dann ebenfalls über Nacht auf dem Campingplatz. Wir hatten einen ausreichend große, dicke Luftmatratze und warme Decken. Denn trotz Tagestemperaturen von 30°C+, waren die Nächte recht kühl. Und irgendwie ist es ja auch kein richtiger Campingurlaub, wenn man nicht auch dort übernachtet. Der kleine Bär hat friedlich in unserer Mitte geschlummert, so wie sonst Zuhause. Familienbett geht halt doch auch überall <3

Seid ihr dieses Jahr schon verreist oder steht euch das noch bevor? Wohin geht die Reise?

Liebste Grüße,

Anke

Ein Kommentar bisher - Was sagst du?

  1. […] herum. Für mich und meine Familie ist die Stadt definitiv gut mit Kindern machbar. Nach unserem Campingurlaub am See bot Berlin durchaus ein Kontrastprogramm. Aber ich würde jederzeit wieder dorthin. Denn ich […]

    12. August 2019
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