Berlin mit Kindern – sehr gut machbar

Kaum eine andere Stadt in Deutschland polarisiert so wie unsere Hauptstadt. In den Medien wirkt Berlin bunt, laut und schrill. Ein bisschen Hip und Bohéme und irgendwie geheimnisvoll. All das mag auch auf seine eigene Weise stimmen. Aber dennoch ist Berlin eine tolle Stadt, die man mit Kindern erkunden kann. Ich muss gestehen, dass ich vor unserer ersten Reise nach Berlin ein ungutes Gefühl hatte. Die Stadt ist sehr groß, es gibt dort Millionen Menschen und gefühlt ebenso viele Autos. Aber ich wurde eines Besseren belehrt. Und so waren wir vor Kurzem sogar ein zweites Mal in unserer schönen, lauten, grünen Hauptstadt. Bei Instragam hatte ich unsere Follower in den Stories mit nach Berlin genommen. Die Fotos findet ihr noch auf dem Profil in den Highlights 😉

Das erste Mal war im November…

Bereits im vergangenen November haben wir uns für einen Trip nach Berlin entschieden. Seit gut einem Jahr wohnt meine Schwester in der Hauptstadt. Ich selbst war das letzte Mal vor etwa 10 Jahren in Berlin. Und nun sollten mein Mann und unsere Kinder die Stadt kennenlernen. Im November waren wir im Grunde auch schon zu viert unterwegs. Wobei es sich mein Sohn damals noch in meinem kugelrunden Bauch gemütlich machen durfte. 😉

Im November war es in Berlin wirklich schweinekalt! Die sibirische Kälte fegte über den Nordosten Deutschlands. Verwöhnt vom milden Klima der Rheinebene, haben wir dort ordentlich gebibbert! Trotzdem haben wir es uns nicht nehmen lassen und haben die Stadt erkundet. Da wir uns einiges vorgenommen haben, hatten wir uns extra für die Fahrt nach Berlin einen Buggy gebraucht gekauft. Unsere Tochter war da gerade mal 2,5 Jahre alt und wir konnten nicht von ihr erwarten, dass sie genauso viel läuft wie wir Erwachsene.

Dieser Buggy war Fluch und Segen zugleich! Einerseits saß meine Tochter sehr gern darin, eingekuschelt in eine warme Decke. Andererseits hatten wir plötzlich dieses „Ding“, dass wir überall mit hinschleppen mussten. Denn nicht jede U-Bahn-Station hat einen Aufzug oder eine funktionierende Rolltreppe und überhaupt finde ich persönlich einen Buggy in einer überfüllten Straßenbahn nicht so prickelnd… Kurzum: für unsere Tochter war es super, für uns als Erwachsene eher nervig.

Der ÖPNV in Berlin

Was die öffentlichen Verkehrsmittel angeht ist es das Beste, wenn man sich eine Wochenkarte für die Stadt kauft. Für 30€ kann man dann eine ganze Woche lang Straßenbahn, Bus, U-Bahn und S-Bahn fahren. Das Auto kann man getrost stehen lassen, denn damit kommt man in Berlin sowieso nicht sehr weit. Der Nahverkehr dagegen ist wirklich sehr gut ausgebaut und es gibt an nahezu jeder Ecke eine Haltestelle. Und ganz gleich wie groß die Stadt auch sein mag, man kommt binnen 30 Minuten einmal quer durch die Stadt. Also zumindest meistens. Ich glaube die längste Fahrtzeit war von Weißensee zum Plänterwald mit etwa 40 Minuten.

Sightseeing im Winter

Aber egal ob nun Winter oder Sommer, Berlin bietet zu jeder Jahreszeit etwas Passendes an. Im November haben wir uns auf der Museumsinsel den 3-Tage-Museumspass gekauft. Für ca. 30 € kann man 3 Tage lange etwa 30 Museen und Ausstellungen besichtigen. Auch wenn man nur 3 Museen besucht, hat man den Preis tatsächlich schon wieder drin! Wir waren u.a. im Pergamon-Museum, Technikmuseum und im Naturkundemuseum. Gerade Letzteres ist sehr spannend für alle kleinen Dinosaurier-Fans! Denn dort steht ein riesiges Skelett von einem Brontosaurus und sogar ein T-Rex! Auch das Technikmuseum bietet viel Interessantes. Ebenso das dazugehörige Science Center Spectrum, dass mit ganz vielen physikalischen Experimenten lockt und fasziniert. Vergangenes Jahr war meine Tochter in einem Kindermuseum mit ihrer Tante. Es war eine gute Möglichkeit, sie Drinnen zu beschäftigen als es an einem Tag sehr geregnet hat.

Im Winter waren wir auch an den typischen Touristenpunkten wie dem Brandenburger Tor, dem Fernsehturm am Alexanderplatz und dem Bundestag. Es gibt in der Stadt Doppeldecker-Busse, die zum normalen Stadtverkehr gehören. Dort kann man mit seiner Wochenkarte einfach einsteigen und sich an kalten tagen ein bisschen durch die City fahren lassen.

…und im Sommer

Jetzt im Sommer waren wir eigentlich nur draußen unterwegs. Wir waren Baden am Weißen See im Stadtteil Weißensee, an der Plansche (Wasserspielplatz) im Plänterwald und haben ganz viele Spielplätze besucht. Wir wollten dieses Mal einen Urlaub extra für unsere große Tochter. Also waren wir meist an Orten, an denen sie sich möglichst frei bewegen konnte und einfach nur drauf los klettern durfte. Der Spielplatz an der Akademie der Künste hat ein tolles, großes Klettergerüst aus vielen Holzelementen. Der Kinderbauernhof im Görlitzer Park war auch sehr schön. Klein, aber fein. Es gab Ziegen, kleine Ponys und Hühner. Sowie einen kleinen Wasserspielplatz und ein Baumhaus zu erklimmen.

Ein bisschen Sightseeing durfte aber dann doch nicht fehlen. Diesmal haben wir den Berliner Dom in der Innenstadt besichtigt. Die 7€ (ermäßigt 5€) für den Eintritt erscheinen einem vielleicht etwas happig. Das Geld dient aber der Instandhaltung des Doms. Und man kann neben dem Anblick des Altars und der wunderschönen Orgel auch den Ausblick von oben genießen! Trotz meiner Höhenangst habe ich mich bis hoch auf die Domkuppel getraut. Dort kann man dann einmal um die Domkuppel herumlaufen. Und es hat sich echt gelohnt! Von dort oben hat man einen ganz wunderbaren Ausblick über ganz Berlin. Man kann dort auf den Lustgarten und das Alte Museum blicken und bekommt einen Eindruck davon, wie groß die Stadt eigentlich ist. Außerdem habe ich mir die neugebaute James-Simon-Galerie angeschaut. Diese wurde gerade 14 Tage zuvor auf der Museumsinsel eröffnet. Generell lohnt sich meiner Meinung ein Besuch der Museumsinsel auf jeden Fall! Denn um die Museen herum tummeln sich Musiker und Künstler. So dass es auch außerhalb der Museumsmauern einiges zu entdecken gibt.

Essen im Grünen

Wenn man in Berlin eines machen kann, dann ist es definitiv essen! In Berlin gibt es eine unglaubliche Vielfalt verschiedener Kulturen. Und jede bringt ihre ganz eigenen Gerichte auf den Tisch. Besonders lecker und authentisch ist das +84 Asian Deli direkt am Bundesnachrichtendienst. Vietnamesische Küche, frisch zubereitet und wer möchte, sogar vegan! Wir waren bereits im November gleich zweimal dort essen und haben es uns im Sommer ebenfalls nicht entgehen lassen. Unweit davon ist auch gleich das Naturkundemuseum, so dass man diese beiden Punkte gut miteinander verbinden kann.

Im kommenden Herbst fahren wir noch einmal nach Berlin. Mein Mann und ich wollen unbedingt eine der Führung durch einen der zahlreichen unterirdischen Bunker in der Stadt mitmachen. Diese werden vom Berliner Unterwelten e.V. angeboten. Außerdem steht noch eine Führung durch den ehemaligen Spree-Park im Plänterwald auf unserer Liste. Als Kind war ich einmal in diesem Vergnügungspark. Kurz darauf wurde er leider geschlossen. Aber ob das mit meinem Besuch damals zusammenhing…

So oder so, Berlin bietet für jedes Alter und jede Jahreszeit etwas an! Bei der Größe der Stadt vergisst man schnell, wie grün die Stadt eigentlich ist. Es gibt so viele größere und kleinere Parks, Spielplätze und auch Seen, Mitmach-Bauernhöfe und ganz viel Natur rund um die Stadt herum. Für mich und meine Familie ist die Stadt definitiv gut mit Kindern machbar. Nach unserem Campingurlaub am See bot Berlin durchaus ein Kontrastprogramm. Aber ich würde jederzeit wieder dorthin. Denn ich glaube, egal wie oft man nach Berlin reist, es gibt immer wieder etwas Neues zu entdecken!

 

Liebste Grüße,

Anke

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