Balkonpflanzen – aber bitte ungiftig und bienenfreundlich

Das habe ich mir letzte Woche gedacht. Denn es ist Anfang April – höchste Zeit also, den Balkon auf den Frühling einzustellen und entsprechend zu bepflanzen. Da mein Jüngster gerade ein Jahr und damit sehr mobil geworden ist, fallen giftige Pflanzen kategorisch raus. Denn der junge Mann gleicht einer kleinen Fressraupe und steckt sich alles – wirklich alles! – was er zu fassen bekommt, in den Mund. Da wird auch vor flüchtenden Käfern nicht halt gemacht, geschweige denn vor bunten, herrlich duftenden Blumen.

Außer dem Attribut ungiftig sollten die Pflanzen möglichst auch bienenfreundlich sein. Schließlich haben es Insekten und Vögel in den letzten Jahren immer schwerer. Um ihnen etwas Gutes tun, wollten wir deshalb wie bereits in den letzten beiden Jahren unseren Balkon gerne bienenfreundlich bepflanzen. Mit den guten Vorsätzen im Schlepptau und meinem Sohn im Gepäck war ich dazu vergangenes Wochenende im Baumarkt und habe mich nach verschiedenen bunt blühenden Pflanzen umgesehen. Da wir an der einen Seite nackte Betonwand haben, sollten auch ein oder zwei blühende Kletterpflanzen dabei sein. Momentan hängt das Insektenhotel noch alleine dort und bietet so einsam irgendwie einen traurigen Anblick.

 

Bienenfreundlich ist leider nicht immer kinderfreundlich

Ursprünglich wollte ich mir für unsere Balkonwand eine Waldrebe kaufen. Hübsche, lila Blüten – genau das richtige für unseren Balkon. Leider musste ich mir im Baumarkt sagen lassen, dass diese Pflanze für Menschen giftig ist. Auch für den Rest des Blumenangebot unseres Baumarktes hat mir dann mein Handy leider fast durchgehend folgendes Ergebnis zu den verschiedenen hübschen Pflanzen ausgespuckt: giftig, giftig und noch mehr giftig. Das war wirklich sehr ernüchternd und gedanklich ist in dem Moment mein bunt blühender Balkon in weite Ferne gerückt. Ich habe mich dann von zwei sehr netten und engagierten Verkäuferinnen dort beraten lassen und bin am Ende mit einer ungiftigen Kletterhortensie und verschiedenen Sorten Brunnenkresse nach Hause. Beide balkongeeigent (wegen dem Halbschatten), beide bunt und schön, beide ungiftig. Die Brunnenkresse sogar lecker.

 

Insekten, Igitt?

Jetzt kann man ja Insekten im Allgemeinen nicht besonders toll finden. Fakt ist aber: die Natur braucht sie. Und wir somit auch. Außerdem besteht die Insektenwelt ja nicht nur aus unliebsamen Mitbewohnern wie Moskitos, Blattläusen und Motten. Seit unser Balkon so einladend ist, ist der Befall an Schädlingen sogar deutlich zurückgegangen. Die bunte Vielfalt und die guten Lebensbedingungen haben nämlich jede Menge nützlicher Insekten angelockt hat. Nicht nur welche, die unsere Blumen bestäuben, sondern auch solche, die uns die unliebsamen vom Hals halten. Wie beispielsweise Marienkäfer, die natürlichen Fressfeinde von Blattläusen. Oder Schlupfwespen (haben keinen Stachel), die hervorragend gegen Lebensmittelmotten helfen sollen.

 

Geteilte Freude ist doppelte Freude

Es ist ja aber nicht nur so, als hätten nur die Tiere was von der bunten Bepflanzung. Auch wir freuen uns! Meine Kinder bekommen einiges zu sehen, wie etwa Hummeln und ab und zu mal einen Schmetterling, der sich kurz niederlässt. Und ich freue mich darüber, dass meine Balkonpflanzen wie die selbstgezogenen Chillis nun wesentlich mehr Früchte tragen wie in den Jahren davor.
Damit die Insekten bleiben und nicht nur auf Kurzurlaub da sind, haben wir Ihnen gute Lebensbedingungen geschaffen. Ein kleines Insektenhotel sorgt für den Schutz vor Fressfeinden, das vorhandene Vogelbad haben wir insektenfreundlich gemacht. Dazu haben wir es am Rand einfach mit Steinen, die aus dem Wasser ragen, dekoriert. Daran können sich ins Wasser gefallende Insekten wieder an Land retten.
Der Clou an der ganzen Sache: Es ist für unseren Sohn ein absolutes Highlight alles mit aufbauen zu dürfen. Sägen, schrauben, mit Steinen dekorieren – spätestens wenn mein Sohn den Akkuschrauber oder die Schaufel in der Hand hat, befindet er sich im 7. Kinderhimmel. Zwar ist das Eingraben und die nasse Erde nicht so sein Fall, aber das Matschen übernimmt dafür der kleine Bruder mit Freuden.
Auch für den Rest des Sommers werden die bunten Blumen meine Kinder täglich einige Zeit beschäftigen. Mit der Gießkanne, dem Sand, den Steinen und dem Bestaunen von Insekten kann man sich jeden Tag schon so einige Zeit beschäftigen. Glückliche Kinder – glückliche Mutter! 😉

 

Auch Gewürzkräuter können wunderschön sein!

Hand aufs Herz: Wie viele blühende Gewürzkräuter kennt ihr? Wusstet ihr, dass es ganz viele verschiedene, blühende Basilikumsorten gibt? Im Supermarkt bekommt man in der Regel ja nur den schnell wachsenden Genoveser Basilikum, der dann auch rasch abgeschnitten und verbraucht wird. Es gibt aber einige Sorten, die als kleiner Strauch wachsen, lila Blätter haben und wunderschöne bunte Blüten ausbilden. Die sind dann sogar essbar und werten jeden Salat nicht nur geschmacklich auf. Auf dem Titelbild dieses Beitrages seht ihr übrigens meinen Basilikum vom letzten Jahr.
Es gibt deutlich mehr Gewürze bzw. Sorten, als die 5 Standardgewürze, die man so zu kaufen bekommt. Auch manche Minzsorten bekommen wunderschöne Blüten. Es lohnt sich wirklich, wenn man sich mal einen Nachmittag hinsetzt und sich über verschiedene Sorten der geliebten Gewürze informiert. Wenn man keinen grünen Daumen hat und sich die Anzucht nicht zutraut, kann man sich sogar die Jungpflanzen im Internet bestellen und nach Hause liefern lassen.

Folgende Gewürzkräuter sind besonders bienenfreundlich – und schön

Einige Gewürzpflanzen bilden wunderschöne duftende Blüten aus. Meist bekommt man die deshalb nicht zu Gesicht, weil die Pflanze vorher geerntet wird. Es lohnt sich aber durchaus, die ein oder andere Plfanze etwas wachsen zu lassen. An der Blütenpracht freuen sich garantiert nicht nur die Bienen! Besonders bienenfreundlich sind beispielsweise

  • Basilikum
  • Rosmarin
  • Thymian
  • Ysop
  • Borretsch
  • Korriander
  • Salbei
  • Zitronenmellisse
  • Oregano

 

Ungiftige Alternativen zu Zierpflanzen

Aber auch zu vielen giftigen Zierblumen gibt es einige schöne, ungiftige Alternativen. Für Menschen ungiftig sind zum Beispiel

  • Glockenrebe
  • Kapuzinerkresse
  • Katzenminze
  • Lavendel
  • Blaublatt (Funkie)
  • Hortensie (so schwach giftig, dass sie ungefährlich ist)

Alternativ könnt ihr aber auch einfach essbare Blumen anpflanzen. Wie wäre es anstatt einer Geranie, die nebenbei auch noch totes Land für Bienen ist, mal mit einer bunt blühenden Kapuzinerkresse? Die ist absolut pflegeleicht und sogar essbar. Außerdem kann man mittlerweile in fast jedem Baumarkt Saatmischungen für bunt blühende, essbare Blumen kaufen. Die hübschen euren Balkon auf, bereichern hinterher euren Salat und bis es soweit ist, vergiftet sich euer Kind garantiert nicht daran.

Wollt ihr die auch im Garten, ums Haus oder der Umgebung haben, könnt ihr mit euren Kindern aus übriggebliebenen Saaten auch sogenannte Seedbombs machen und sie dann an den gewünschten Stellen verteilen. Wie man die herstellt, könnt ihr hier nachlesen.

 

Herzlichst, Eure Esther

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