Badefarbe selber machen

Draußen ist bestes Schmuddelwetter. Dabei ist es wirklich nur ungemütlich und nass, auf Schnee brauchen wir in unserer Gegend eher nicht zu hoffen. Die Möglichkeiten, das Kind draußen zu beschäftigen, sind also leider etwas begrenzt. Der Spielplatz ist leer, die Rutsche nass, die Botanik in der Winterruhe. Abgesehen vom Pfützenspringen, dass auch recht bald rausfällt, weil die Pfützen entweder weg oder das Kind komplett nass ist, gibt es momentan draußen wenig Interessantes zu tun.

Gerade weil es draußen so ungemütlich ist, ist es das perfekte Wetter für die Badewanne. Nun verlieren die Badeente und Schüttbecher aber recht bald ihren Reiz. Ich habe deshalb mal im Bekanntenkreis nach Alternativen herumgefragt. Mir wurden dann von einer Mama Badefarben vorgeschlagen.

Tolle Sache! Das kannte ich bis dahin gar nicht. Ich habe mich dann sofort hingesetzt und wollte welche bei einem einschlägigen Onlineshop bestellen. Leider ist da aber die Auswahl ziemlich mies. Zum einen sind fertige Badefarben ganz schön teuer. Da wäre ich ruck, zuck bei 8 Euro für 3 kleine Tuben gewesen. Das hätte ich vielleicht sogar noch bezahlt, wären die Rezessionen dazu nicht so schlecht gewesen. Häufigster Kritikpunkt: die Badefarbe sei zu flüssig und würde davonlaufen.

Ok, zu flüssig ist nun wirklich doof. Und bei dem Preis dann irgendwie nicht akzeptabel. Denn schließlich handelt es sich um nichts anderes als gefärbtes, angedicktes Duschgel. Außerdem bin ich mir sicher, dass die erhältlichen Badefarben nicht meinen Ansprüchen an die Inhaltsstoffe genügen.

Im Internet habe ich mich daher schlau gemacht, wie man sowas herstellt. Ich habe verschiedene Rezpete gefunden, und mich dann für eines entschieden, dass ich für gut befunden habe. Das habe ich dann noch nach meinen Ideen angepasst. Herausgekommen ist eine prima Badefarbe, die nicht abfärbt und aber dennoch gut an der Badewanne und den Fließen kleben bleibt. Ist der Spaß vorbei, lässt sie sich einfach mit der Duschbrause abspülen.

Der Vorteil am Selbermachen ist nicht nur der Preis, sondern dass ihr die Badefarbe auch an eure Bedürfnisse anpassen könnt. Ihr könnt ein Duschgel/Reinigungsgel/Badezusatz eurer Wahl nehmen und seid dann auch sicher, dass keine bedenklichen Inhaltsstoffe drin sind und dass euer Kind die Badefarbe verträgt. Mein Sohn hat leider eine empfindliche Haut, da muss ich schon aufpassen, was in der Kosmetik enthalten ist.

 

Zutaten (für 4 Farben):

  • 300 ml farbloses Reinigungsgel/Badezusatz
  • 200 g Speisestärke
  • 16 Eßlöffel kaltes Wasser
  • 4 verschiedene Lebensmittelfarben eurer Wahl
  • zum Schluss nochmal Wasser, um die Konsistenz anzupassen

Außerdem braucht ihr:

  • einen Messbecher
  • einen kleinen Topf
  • einen Esslöffel
  • einen kleinen Schneebesen
  • 4 badewannengeeignete Gefäße zum Abfüllen
  • eventuell einen Teigschaber

 

So wird´s gemacht:

Messt mit einem Messbecher ein Reinigungsgel eurer Wahl ab. Gebt das Gel dann in einen Topf und gebt die Speisestärke und die 16 Esslöffel kaltes Wasser dazu. Verrührt das ganze nun zu einer glatten Masse.

Achtung: Wenn ihr die drei Zutaten miteinander verrührt, dürfen hinterher wirklich keine Klumpen mehr drin sein! Ihr kriegt die später sonst nicht mehr raus. Seid ihr mit dem Verrühren fertig, werdet ihr feststellen, dass die Masse recht flüssig ist. Das soll so sein, die Masse wird nämlich noch erhitzt, damit die Stärke bindet. Erhitzt ihr sie nicht und hebt die Farbe auf, kann es sein, dass sich die Stärke unten absetzt. So bleibt die Farbe gleichmäßig und kann problemlos einige Zeit aufgehoben werden. Die letzte Badefarbe hat zwar keine 3 Wochen überdauert, war aber so jederzeit gebrauchsfertig.

Habt ihr nun eine glatte Masse, füllt sie wieder in den Messbecher. Das sind nun etwa 500- 550 ml Masse. Gießt davon ca. 125 ml in einen kleinen Topf und gebt eine der Farben dazu und verrührt sie gut mit der Masse.

Bitte beachtet bei eurer Farbauswahl, woraus die Farben hergestellt sind. Lebensmittelfarbe ist nicht gleich Lebensmittelfarbe. So kann zum Beispiel die Farbe Rot aus verschieden Dingen hergestellt werden. Ich hatte noch Rot von Weihnachten herumliegen, das wurde aus Paprika hergestellt. Mein Sohn hat darauf mit Rötung reagiert, weil er sehr empfindliche Haut hatte. Das Rot, das noch vom letzten Ostereierfärben übrig war, hat er dagegen gut vertragen.

Nun kommt der Topf auf den Herd. Die Masse wird solange erhitzt, bis sie andickt. Das dauert nicht lange und ihr müsst von Anfang an ununterbrochen Rühren. Die Stärke fängt nämlich von einer Sekunde auf die andere an stark zu binden und zu klumpen. Rührt ihr nicht ausreichend, kriegt ihr eine klumpige Masse. Im schlimmsten Fall brennt es euch unten an. Sobald die Masse dick geworden ist, nehmt ihr den Topf vom Herd und rührt solange weiter, bis ihr euch sicher seid, dass es nicht einbrennt, sobald ihr aufhört.
Damit die Stärke anfängt zu binden, muss die Masse nicht kochen. Es ist aber kein Problem, wenn sie es tut. Ihr müsst dann nur sehr schnell und ununterbrochen rühren, damit es nicht unten anbrennt.

Hinweis: Die verschiedenen Duschgele/Reinigungsgele/Badezusätze binden die Stärke sehr unterschiedlich. Bei dem einen kann es sein, dass ihr die Masse länger erhitzen müsst bis sie eindickt, bei dem anderen wird es ein einziger Klumpen. Das ist aber nicht schlimm. Denn ihr könnt die zu dicke Masse hinterher noch mit etwas zusätzlichem Wasser dünner machen und die Konsistenz euren Vorstellungen anpassen. Gebt dazu esslöffelweise Wasser zu der Masse und verrührt es damit. Macht das solange, bis ihr zufrieden seid. Die Masse sollte dickflüssig sein. So dass sie sich gut verteilen lässt, aber nicht davon läuft.

Wenn ihr mit der Farbe fertig seid, gebt die Badefarbe in ein badewannengeeignetes Gefäß. Ich nehme dazu eine kleine, luftdicht verschließbare Plastikschüssel. Wenn mein Sohn fertig mit malen ist, mache ich sie einfach zu, spüle sie außen ab und stelle sie beiseite bis zum nächsten Mal.

Weiter geht’s mit der nächsten Farbe! Reinigt den Topf gut und füllt aus dem Messbecher wieder 125 ml von der Ausgangsmasse in den Topf. Gebt nun wieder eine der Farben dazu und verfahrt wie bei der letzten. Bitte beachtet, dass ihr bei hellen Farbtönen die Farbe großzügiger dosieren müsst. Sonst werden die Badefarben zu hell und man sieht sie unter Umständen schlecht am Badewannenrand oder auf hellen Fliesen.

Und nun viel Spaß beim selbst probieren!

 

Eure Esther

 

Pssst! Erinnert ihr euch noch an unsere sprudelnden Badeperlen?

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